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Vorarlberg übergab Arge Alp-Vorsitz an Bayern

Bregenz - Vorarlberg hat am Freitag nach einem Jahr den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) turnusgemäß an Bayern abgegeben.

Die zehn Mitgliedsländer und -kantone bekräftigten bei der 38. Arge Alp-Regierungskonferenz in Bregenz ihr Credo, die Interessen des Alpenraumes bei ihren Nationalstaaten und der EU vertreten zu wollen. Die bayerische Europa-Staatsministerin Emilia Müller kündigte für die nächsten zwölf Monate an, Bildung und Kultur zum Schwerpunkt der Arge Alp zu machen.

Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) überreichte Müller als symbolische Geste für die Vorsitz-Übergabe eine Glocke. Hinsichtlich der bei der Regierungskonferenz besprochenen Themen nannte Sausgruber vor allem die rasche Realisierung der alpenquerenden Bahntransversalen als wichtiges Ziel der Arge Alp. Im Energiebereich fordere die Arge Alp die europäischen Gremien auf, bei ihren Beschlüssen nicht nur Wettbewerbsaspekte, sondern auch das Erfordernis einer ausreichenden Versorgungsinfrastruktur im ländlichen Raum zu berücksichtigen. Besonders die Auslagerung des Netzbetriebs an selbstständige Gesellschaften lehnen die Alpenländer ab.

Sausgruber erklärte, dass die 2006 begonnene Reform der Organisationsstruktur der Arge Alp – kleiner, straffer, projektbezogen – erfolgreich umgesetzt wurde und sich bewährt habe. Als wichtige inhaltliche Schwerpunkte der Vorarlberger Vorsitzführung führte Sausgruber das Lehrlingsaustauschprojekt „Xchange“ und eine Dokumentation von Naturereignissen zur besseren Vernetzung im Katastrophenfall an.

Emilia Müller kündigte als neue Arge Alp-Vorsitzende einen Schwerpunkt beim Thema Bildung und Kultur an. Vorgesehen ist etwa ein Projekt zu den deutschen Dialekten im Alpenraum. Anhand etwa von Schulexkursionen solle der gemeinsame Lebens- und Kulturraum vor allem jungen Menschen bewusst gemacht werden. Ein wichtiges Vorhaben, das fortgeführt werde, seien neben dem Lehrlingsaustausch unter anderem auch die Arge Alp-Spiele, sagte Müller. Auch die Brückenfunktion zu den Schweizer Kantonen, die „jetzt noch nicht der EU angehören“, gelte es wahrzunehmen.

Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder betonte die grundsätzliche Bedeutung der Arg Alp. „Hat die Arge Alp noch einen Sinn? Ich meine, sehr wohl“, so Durnwalder. Man habe am Freitag wieder einen Schritt zur Rettung des Alpenraums getan.

Im Rahmen der Konferenz wurden auch die Preisträger des mit 15.000 Euro dotierten Arge Alp-Preises 2007 zum Thema „jung, cool und engagiert“ bekannt gegeben. Es wurden Ideen gesucht, wie junge Menschen für ehrenamtliche Tätigkeiten gewonnen werden können. Aus 123 eingereichten Projekten wurden sechs Siegerprojekte ermittelt. Aus Vorarlberg wurde die Katholische Jugend und Jungschar für die Aktion “72 Stunden ohne Kompromiss“ mit einem Hauptpreis ausgezeichnet.

Der 1972 gegründeten Arge Alp gehören in den vier Staaten Deutschland, Italien, Österreich und Schweiz folgende Länder bzw. Provinzen bzw. Kantone mit einer Gesamtbevölkerungszahl von rund 23 Millionen Menschen an: Bayern, Südtirol, Trentino, Lombardei, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, St. Gallen, Tessin und Graubünden. Sitz der Geschäftsstelle ist Innsbruck, der Vorsitz wechselt jeweils nach zwölf Monaten.

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