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Vorarlberg: Acht-Punkte-Plan ist nur Sofortmaßnahme

Tobias Giesinger vom VGT fordert einen Export-Stopp von Ländle-Kälbern.
Tobias Giesinger vom VGT fordert einen Export-Stopp von Ländle-Kälbern. ©Wann & Wo; VGT
Der "Verein gegen Tierfabriken" sieht den auf dem Kälbertransport-Gipfel am vergangenen Donnerstag im Landhaus verabschiedeten Acht-Punkte-Plan nur als Sofortmaßnahme. Vorarlberg gebe die Verantwortung für die Kälber weiterhin an der Landesgrenze ab. Der VGT fordert einen Export-Stopp.
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„Geboren in Vorarlberg – Gemästet in Italien – Geschlachtet in der Türkei“ – so könnte laut VGT die neue 3G-Strategie der Landwirtschaftskammer lauten, so Tobias Giesinger vom “Verein gegen Tierfabriken” in einer aktuellen Aussendung.

Transporte gehen weiter

Zwar habe Landesrat Erich Schwärzler bekannt gegeben, dass keine Kälber mehr aus Vorarlberg in Drittstaaten exportiert werden, dennoch landen Vorarlberger Kälber über Umwege in der Türkei und dem Nahen Osten.

Giesinger habe beim Gipfeltreffen im Landhaus Beweise vorgelegt, dass Kälber aus Vorarlberg nach 6 bis 8 Monaten Mast in Italien, weiter per Schiff in Nicht EU-Länder transportiert werden. Auch Fotos von Vorarlberger Kälbern, die in riesigen, fabriksähnlichen Hallen auf Betonspaltenboden in Italien gemästet werden, wurden gezeigt. Trotzdem gibt das Land weiter die Verantwortung für den Schutz dieser Tiere an der Grenze ab.

Fehler im System

Schon die Trennung von Mutterkuh und Kalb in den ersten Lebenstagen sei ein klares Zeichen für die Fehlentwicklung der modernen Landwirtschaft. Der Transport von männlichen Kälbern, die als unerwünschtes „Nebenprodukt“ der Milchproduktion gelten, ins Ausland deutet Giesinger als Versagen der Politik. Statt der Empfehlung des Landes, mehr Kalbfleisch zu essen, sei hier die Systemfrage zu stellen. Mehr Gemüse- statt Futtermittelanbau wäre laut VGT ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft in Vorarlberg.

Russland und die Türkei

Nicht nur Kälber, auch sogenannte Zuchtrinder werden weit über die Landesgrenzen hinweg transportiert – die aktuellen Zielländer der Vorarlberger Rinder sind u.a. die Türkei und Russland.

Dabei handelt es sich größtenteils um trächtige Tiere, die, angekommen am Ziel, zeitnah ein Kalb zur Welt bringen, um für die Milchproduktion eingesetzt zu werden. Sowohl das Muttertier als auch das Kalb werden früher oder später mit den landesüblichen Methoden geschlachtet.

Export-Stopp

Aufgrund der Tatsache, dass Kälber aus Vorarlberg über andere EU-Staaten schlussendlich außerhalb der EU geschlachtet werden, ist ein Export schlichtweg nicht verantwortbar. Doch auch die niedrigeren Tierschutzstandards in anderen EU-Staaten stellen das Streben nach dem „Tierschutzland Nr.1“ in Frage.

Der VGT fordert das Land auf, seine Verantwortung den Tieren gegenüber wahrzunehmen und keine Rinder mehr ins Ausland zu transportieren, egal ob Kälber oder Zuchtrinder.

(red)

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