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Vorarlberg: 21.000 Euro Schadenersatz für falsche Betankung

Der Einfüllstutzen für AdBlue liegt direkt neben dem für Dieselkraftstoff.
Der Einfüllstutzen für AdBlue liegt direkt neben dem für Dieselkraftstoff. ©Mario von Berg
Weil er ein Leihauto falsch betankt haben soll, wird ein Vorarlberger von einem deutschen Mietautounternehmen auf 21.000 Euro Schadenersatz verklagt.

Von Seff Dünser/NEUE

Für das angeblich falsche Betanken eines seiner Leihautos verlangt das klagende deutsche Mietautounternehmen in dem anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch vom beklagten Automieter als Schadenersatz 21.000 Euro. Ihre hohe Forderung begründet die klagende Partei mit aufwendigen Reparaturen am Fahrzeug.

Gutachten eingefordert

Zivilrichterin Birgit Vetter hat noch kein Urteil gefällt, sondern in der gestrigen Verhandlung beschlossen, den Kfz-Sachverständigen Helmut Hopfner ein Gutachten erstellen zu lassen. Sollte der Gutachter etwa zum Ergebnis kommen, dass der BMW 530d bereits fünf Monate vor der Autopanne vom Dezember 2017 falsch betankt worden sei, wäre die Klage abzuweisen, merkte die Feldkircher Richterin an. Denn der beklagte Unterländer hat das Mietauto erst ab September 2017 gefahren.

Der beklagte 61-Jährige hat am 12. Dezember 2017 den BMW-Pannendienst herbeigeholt, weil der Motor des Fahrzeugs während der Fahrt plötzlich seinen Dienst versagt hat. Der stehengebliebene BMW wurde abgeschleppt. Am Tag danach habe sich als Ursache für die Panne herausgestellt, dass das Dieselfahrzeug falsch betankt worden sei, sagte gestern der BMW-Pannenfahrer als Zeuge. Denn AdBlue-Flüssigkeit sei versehentlich in den Dieseltank eingefüllt worden.

AdBlue statt Diesel

AdBlue besteht aus Harnstoff und Wasser und setzt während der Fahrt Ammoniak frei. Der Wirkstoff dient der Schadstoffminimierung und soll den Ausstoß von Stickoxiden verringern. AdBlue wird über einen eigenen Einfüllstutzen der Abgasanlage von Dieselfahrzeugen zugeführt und vermischt sich so nicht mit dem Diesel-Kraftstoff. Der AdBlue-Einfüllstutzen mit dem blauen Verschluss befindet sich beim Klagsfahrzeug knapp neben dem Diesel-Einfüllstutzen mit dem schwarzen Tankverschluss.

Der beklagte Mieter des Autos sagte am Dienstag bei seiner gerichtlichen Befragung, er habe AdBlue noch nie eingefüllt. Er lasse das in Werkstätten durchführen. Beklagtenvertreter Alexander Wirth beantragt die Abweisung der Klage, weil sein Mandant für das behauptete falsche Betanken nicht verantwortlich sei.

Der Beklagte gab zu Protokoll, ein Schweizer Unternehmen, für das er tätig sei, habe die Kosten für das Leihauto bezahlt. Der Versuch des Mietwagenunternehmens, in der Schweiz von der Schweizer Firma Schadenersatz zu erhalten, sei aber gescheitert. Deshalb gehe die klagende Partei jetzt gegen ihn vor, weil er das schwächste Glied in der Kette sei.

(NEUE)

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