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Vor 28 Jahren landete "Kremlflieger" Mathias Rust nahe des roten Platzes

©Am 28. Mai 1987 landete der Deutsche mit seiner Cessna in Moskau - Twitter/Moscow Times
Vor 28 Jahren - mitten im kalten Krieg - gelang einem 18-jährigen Deutschen das Unmögliche. Mit einer kleinen Cessna drang er in den am besten gesicherten Luftraum der Welt ein und flog direkt auf die Hauptstadt der Sowjetunion zu. In Moskau landete Rusk dann seinen Flieger - als "Zeichen für den Frieden".


Von Helsinki hob ein westdeutsche Teenager am 28. Mai 1987 um 13 Uhr 21 ab. Absichtlich flog er stets auf 600 Meter, um vom sowjetischen Radar gut erfasst zu werden. Mathias Rust wollte vermeiden, dass man ihm böse Absichten unterstellte. Er wollte ein Zeichen für den Frieden setzen.

Pannen beim Sowjet-Militär

Viele Pannen beim Sowjet-Militär bewahrten Mathias Rust vor einem Abschuss. Laut dem “Spiegel” waren estnische Flugüberwacher gerade damit beschäftigt, eine Sauna anzuheizen. Deshalb sollen sie die Cessna erst mit Verspätung gemeldet haben. Es wurden falsche Koordinaten weitergegeben. Am Vortag waren zwei Militärmaschinen auf Rusts Flugstrecke kollidiert und die Truppen noch am Unglücksort beschäftigt. Zwischenzeitlich wurde die Cessna auch für ein Wetterphänomen gehalten.

Rust kreist über dem roten Platz

Am Abend flog Mathias Rust dann über Moskau. Er wollte am roten Platz landen, zu Füßen des Lenin Mausoleums. Dreimal kreiste er über den roten Platz. Weil der zu belebt war, entschied er sich für eine Landung auf einer nahe gelegenen Moskwa-Brücke. Sicher kam er zum darauf zum Stehen.

Bekanntester Teenager der Welt

Rust blieb sogar noch etwas Zeit, sich mit den Russen über den Frieden zu unterhalten, dann wurde er abgeführt. Erst nach 18 Monaten Gefängnis sollte Rust nach Deutschland zurückkehren dürfen. Sein Flug hatte ihn zum bekanntesten Teenager der Welt gemacht, und zahlreiche Generäle ihren Posten gekostet.

 

Auslöser für den Flug

Acht Monate vor dem Flug von Rust scheiterten die Abrüstungsgespräche von Reykjavik. Gorbatschow wollte sein Land von den Kosten des Wettrüstens befreien, doch am Ende ließ Reagan ihn ablitzen. Die Wende in der Weltpolitik fand nicht statt, soll Rust enttäuscht festgestellt haben. Laut “Spiegel” wollte der Deutsche deshalb persönlich in die Weltpolitik eingreifen und “zur Quelle des Friedens” fliegen: zu Gorbatschow in Moskau.

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