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Vor 20 Jahren stürzten die Türme des World Trade Center ein

Die noch rauchenden Trümmer des World Trade Center nach den Anschlägen vom 11. September 2001.
Die noch rauchenden Trümmer des World Trade Center nach den Anschlägen vom 11. September 2001. ©APA/AFP
New York am 11. September 2001. Es war ein sonniger Tag, der in einer Katastrophe mit tausenden Toten endete. Heuer jährt sich der Anschlag auf das World Trade Centers zum 20. Mal.
Anschlag auf das World Trade Center
Das neue One World Trade Center

Die Bilder sind wahrscheinlich die berühmtesten des 21. Jahrhunderts. Fast jeder weiß noch, wo er damals war, als er die unglaubliche Nachricht hörte an jenem 11. September 2001: Das World Trade Center in New York, eines der zentralen Symbole des Kapitalismus und der Freien Welt, ist zum Ziel islamistischer Attentate geworden.

Der Anschlag

Durch die präzise geplanten und ausgeführten Terroranschläge des 11. September - zwei Passagierflugzeuge wurden entführt und nacheinander in die Zwillingstürme gejagt - stürzten diese im Abstand von nur 20 Minuten ein; 2.753 Menschen starben.

In New York war es ein sonniger Morgen, in Europa Nachmittag. Die ganze Welt saß vor den Fernsehapparaten und starrte fassungslos auf das unbegreifliche Geschehen. Zwischen dem Treffer des ersten und dem Einsturz des zweiten Turms lagen 102 Minuten. Gut eineinhalb Stunden, in denen auch das Gefühl vermeintlicher Sicherheit in der westlichen Welt zerbarst. Dieser "Riesenerfolg" von Osama bin Ladens Organisation Al-Kaida in den USA stand zwar bereits in einer ganzen Reihe von Anschlägen der vergangenen Jahre. Aber in seiner schieren Größe und seinem verächtlichen, tödlichen Kalkül war er ein Fanal für den islamistischen Terrorismus weltweit. Die Zwillingstürme des World Trade Centers standen für den kapitalistischen Riesen USA; für New York, die Welthauptstadt der Freien Welt; für das Feindbild Westen schlechthin. Ein Goliath, gestürzt von einem David mit einer (immerhin technologischen) Steinschleuder.

Menschen sprangen aus den Fenstern

Schon im September 1962 war der japanisch-amerikanische Architekt Minoru Yamasaki (1912-1986) mit der Leitung des WTC-Projekts beauftragt worden. Der Grundstein wurde im August 1966 gelegt. Es ist nicht ohne Ironie, dass der Planer jenes Gebäudes, das das höchste der Welt werden sollte, unter Höhenangst litt. Vielleicht auch deshalb wählte er für das World Trade Center als Stilmittel sehr schlanke, nur 46 Zentimeter schmale Fenster. Sie ließen die Zwillingstürme fensterlos erscheinen und machten weniger als ein Drittel der Fassadenfläche aus. Insgesamt 43.600 Fenster wurden verbaut - Fenster, aus denen an jenem grauenhaften 11. September 2001 Menschen aus Verzweiflung vor den Flammen und dem tödlichen Qualm in die Tiefe sprangen.

Das ehemals höchste Gebäude der Welt

Als im Dezember 1970 die ersten Mieter in den Nordturm (WTC 1) einzogen, war der noch gar nicht ganz fertig. Im Juli 1971 wurde der Rohbau des Südturms (WTC 2) abgeschlossen. Die offizielle Einweihung des WTC fand am 4. April 1973 statt - und selbst da dauerte es noch vier weitere Jahre bis zur vollständigen Fertigstellung 1977. Etwa 50.000 Menschen aus 28 Ländern arbeiteten im World Trade Center. Hinzu kamen täglich etwa 140.000 Besucher, die für die Aussicht in die Restaurants der Zwillingstürme kamen. Der 417 Meter hohe Nordturm löste das 1931 fertiggestellte und 381 Meter hohe Empire State Building als höchstes Gebäude der Erde ab. Doch schon 1974 musste das World Trade Center den prestigeträchtigen Titel an den Sears Tower in Chicago mit seinen 442 Metern abtreten. Mit der jeweiligen Erhöhung der Antennenmasten auf dem Dach zog sich der Wettbewerb bis zum Jahr 2000 und bis auf 527 Meter hin. Rund 200.000 Tonnen Stahl und 325.000 Kubikmeter Beton wurden beim Bau der Twin Towers verarbeitet. Die Konstruktion sollte Orkanen mit Windgeschwindigkeiten von 300 Stundenkilometern standhalten - und den schlimmsten Erdbeben.

Das erste Attentat auf das World Trade Center

An einen "Beschuss" mit riesigen Passagierflugzeugen war damals, Anfang der 70er Jahre, noch nicht zu denken. Der Nord- und der Südturm verfügten über je 99 Fahrstühle, von denen knapp ein Viertel eine Geschwindigkeit bis zu knapp 30 Stundenkilometer erreichten. Bei der Feuersbrunst des 11. September nutzten sie nichts. Es war nicht der erste Al-Kaida-Anschlag auf das World Trade Center. Im Februar 1993 zündeten sechs Terroristen in der Tiefgarage des Nordturms eine 700-Kilo-Bombe; sechs Menschen starben. Das Ziel war wohl eigentlich gewesen, den Nordturm einstürzen und ihn auf den Südturm fallen zu lassen. Doch dafür war die Sprengkraft zu gering. Erst achteinhalb Jahre später zerfiel das verhasste Symbol der westlichen Welt zu Staub - im zweiten Versuch.

(APA/DPA)

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