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Von mehr als 20 Kugeln getroffen

Wegen anhaltender Zweifel am Tod der Söhne des gestürzten irakischen Staatschefs Saddam Hussein haben die US-Streitkräfte Journalisten die - allerdings präparierten - Leichen von Udai und Kusai gezeigt.

Sie veröffentlichten am Freitag zugleich die Autopsieberichte und erklärten, jeder der beiden Toten weise mehr als 20 Schusswunden auf. Gewebeproben seien zur DNA-Analyse nach Washington geschickt worden.

Die Leichen von Udai und Kusai Hussein waren vor der Präsentation von Bestattern präpariert worden. Dabei war offenbar viel Schminke verwendet worden, um die Schusswunden im Gesicht zu überdecken. Der Teint wirkte wie Wachs, was bei Leichen üblich ist. Anders als auf den tags zuvor veröffentlichten Fotos war Udais Bart wieder auf die Länge früherer Zeiten zurückgeschnitten worden. Kusai trug nur noch einen Schnurrbart, sein einstiges Markenzeichen. Am Körper der beiden Brüder waren noch Einschussstellen auszumachen.

US-Militärbeamte erklärten, die Leichen seien präpariert worden, um weitgehend wie zu Lebzeiten auszusehen. Dies sei die übliche Praxis bei den Streitkräften. Militärärzten zufolge starb Udai Hussein offenbar an einer Kopfverletzung, die auf einen stumpfen Gegenstand zurückging. Kusai wies Einschusswunden im und hinter dem rechten Ohr auf. Es wurde ausgeschlossen, dass sie sich diese Verletzungen selbst zugefügt haben könnten.

Udai und Kusai Hussein waren nach amerikanischen Angaben am Dienstag in einem Feuergefecht mit US-Soldaten in Mossul (Mosul) getötet worden. Die Leichen sollen zunächst in einem Kühlhaus auf dem Internationalen Flughafen von Bagdad bleiben, bis ein Angehöriger einen Antrag auf Bestattung stellt.

Am Donnerstag hatten die amerikanischen Streitkräfte Fotos der Leichen verbreitet. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verteidigte dies als gerechtfertigt in diesem besonderen Fall. „Es ist wichtig für das irakische Volk, sie zu sehen, zu wissen, dass sie tot sind und nicht wiederkommen“, sagte der Minister. Deshalb wurden schließlich auch Journalisten zu den Leichen geführt.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte, mit Blick auf die Würde der Toten hätten die Aufnahmen nicht veröffentlicht werden sollen. Der Medienbeauftragte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Freimut Duve, sagte in den ARD-Tagesthemen, die von Washington benutzte „Körpersprache“ sei für den Prozess der Demokratisierung im Irak „nicht gerade sehr positiv“.

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