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Von der grünen Oase in die Justizanstalt

Kennelbach - Drei und zwei Jahre Haft für die Hanfbarone: Die beiden jungen Männer hatten jahrelang Cannabis angebaut. Sogar in ihrem eigenen Garten betrieben sie eine riesige Plantage.

Blüten, Blätter, Stängel: Am Landesgericht Feldkirch ging es am Dienstag recht botanisch zu. Auf der Anklagebank saßen zwei Hobbygärtner aus Kennelbach.

Der 27-Jährige und sein 25-jähriger Mitbewohner hatten vier Jahre lang Hanf im großen Stil angebaut. (Die NEUE berichtete ausführlich).

Sowohl in ihrem gemeinsamen Garten in Kennelbach, als auch im Dornbirner Ried und im Gütle züchteten die jungen Männer auf selbst angelegten Plantagen hunderte Cannabis-Pflanzen.

„Aber nur zum Eigenverbrauch“, versicherten die Profi-Kiffer im Prozess. Lediglich ein knappes Kilo hätten sie an Freunde weitergegeben. Gewinn wollten sie mit ihren Pflanzen angeblich nicht erzielen. Beide Angeklagte verdienen ihr Geld als Arbeiter.

Im September 2006 kam die Polizei den Burschen mit dem grünen Daumen auf die Schliche. In ihrem Haus stellten die Beamten 27 Kilogramm Cannabiskraut sicher.

27 Kilo Cannabiskraut

Im Prozess am Dienstag ging es nun darum, welche Menge an angebauten Drogen den Angeklagten wirklich zur Last gelegt werden konnte.

„Bei der Hausdurchsuchung hat die Polizei alle Pfl anzenteile vermischt“, empörten sich die Anwälte der Haschbarone. Stängel und Blätter des Krauts seien wertlos und dürften daher nicht in die Anklage einbezogen werden.

Die beiden Kennelbacher wussten, was für sie auf dem Spiel stand: Für ihre illegalen Marihuana-Zucht drohten ihnen zwischen einem und 15 Jahren Haft.

Nach langem Hin- und Herrechnen sowie nach vielen Diskussionen über weibliche Blüten und un(b)rauchbare Stängel stand das Urteil fest.

Der 27-jährige vorbestrafte Haupttäter muss drei Jahre in Haft. Sein unbescholtener Handlanger, der bei der Hanfzucht nur niedere Dienste verrichtet hatte, wird die Justizanstalt zwei Jahre lang von innen sehen.

„Für meine Entscheidung war vor allem die Reinsubstanzmenge der Drogen entscheidend“, so Richter Karl Mayer zur NEUE. In den rund 80 sichergestellten Pflanzen seien 1245 Gramm reines Tetrahydrocannabinol enthalten gewesen. Staatsanwalt und Angeklagte nahmen das Urteil an. Somit ist es rechtskräftig. Hanfzucht. Ein Polizist prüft die Hanfpflanzen in Kennelbach. Während eines Hubschrauberfluges hatten die Beamten die hauseigene Plantage entdeckt.

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