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Vom Unglück zum Abtransport - Insel Giglio verabschiedet Costa Concordia

Nick Sloane und seine Crew waren für die Anhebung der Costa Concordia zuständig.
Nick Sloane und seine Crew waren für die Anhebung der Costa Concordia zuständig. ©EPA/Riccardo Antimiani
Zweieinhalb Jahre nach der Havarie der Costa Concordia verabschiedet sich die Insel Giglio von dem Kreuzfahrtschiff. Die Sirenen der großen Schlepper und Schiffe gaben der Havarie auf ihrer letzten Reise nach Genua das Geleit.
50 Liter Öl aus Wrack ausgetreten
Genua bereitet sich auf Wrack vor
Anhebung verläuft nach Plan
"Jeder war auf sich allein gestellt"
Kreuzer schwimmt wieder
Taucher erkunden das Wrack
Kapitän zurück auf dem Schiff
Costa Concordia wird aufgerichtet
 
Die 1.500 Einwohner der 16 Kilometer westlich der toskanischen Küste liegenden Insel hatten in der Unglücksnacht ihre Schulen, Kindergärten, Kirchen und Privathäuser geöffnet und die Überlebenden der Havarie der Costa Concordia spontan mit Decken, Mänteln und heißen Getränken versorgt. Seit dieser Nacht haben die Bewohner Giglios Schritt für Schritt alle Etappen der Bergung der Costa Concordia verfolgt. Ein Rückblick:

13. Jänner 2012: Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia rammt vor der Insel Giglio einen Felsen. An Bord sind mehr als 4.200 Passagiere – unter ihnen 77 Österreicher, die sich alle retten können – und Besatzungsmitglieder.

18. Juni: Gut fünf Monate später beginnt die Bergung des Wracks.

10. Oktober: Die Reederei teilt mit, Kapitän Francesco Schettino sei bereits im Juli entlassen worden. Schettino klagt dagegen.

20. Oktober: Eine einwöchige Beweisaufnahme bestätigt aus Sicht der Staatsanwaltschaft die Verantwortung des Kapitäns.

AP/Pier Paolo
AP/Pier Paolo ©Foto: AP/Pier Paolo

2. November: Das Wrack der “Costa Concordia” ist gesichert.

10. April 2013: Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere einigt sich mit der Justiz auf einen Vergleich. Sie muss eine Million Euro Strafe zahlen, die Ermittlungen gegen die Gesellschaft werden eingestellt.

15. April: Vor einem Gericht in Grosseto beginnen Voranhörungen für einen Prozess. Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, ein Verfahren gegen Schettino und fünf weitere Beschuldigte zu eröffnen.

9. Juli: Das Gericht vertagt den Prozess gegen Schettino wegen eines Streiks der Anwälte gleich nach Beginn auf den 17. Juli.

20. Juli: Vier Crewmitglieder und ein Manager von Costa Crociere erhalten ohne Prozess Haftstrafen bis zu knapp drei Jahren. Sie hatten ihre Schuld eingeräumt, um die Strafen zu mindern.

16./17. September: In einer 19-stündigen Bergungsaktion wird das stark beschädigte Schiff wieder aufgerichtet und stabilisiert.

AP/Andrea Sinibaldi, Lapresse
AP/Andrea Sinibaldi, Lapresse ©Foto: AP/Andrea Sinibaldi, Lapresse

24. Oktober: Die vorletzte Vermisste wird nach der Entdeckung von Leichenteilen im Wrack identifiziert. Als vermisst gilt jetzt noch ein indischer Kellner.

13. Jänner 2014: Erneut wird der Prozess gegen Schettino wegen eines Streiks vertagt, dieses Mal auf den 27. Jänner.

1. Februar: Ein Taucher stirbt bei Bergungsarbeiten am Wrack.

27. Februar: Der Unglückskapitän kehrt für eine Besichtigung erstmals an Bord der “Costa Concordia” zurück.

30. April: Schettino gibt laut einem Medienbericht den Offizieren alle Schuld an dem Unglück.

30. Juni: Die Regierung entscheidet, dass das Wrack nach Genua geschleppt und dort verschrottet werden soll.

14. Juli: Mit dem Aufschwimmen des Wracks beginnt die entscheidende letzte Phase der komplizierten Bergung. In den folgenden Tagen wird der havarierte Kreuzfahrtkoloss wieder schwimmfähig gemacht und für den Abtransport vorbereitet.

EPA/Alessandro di Meo
EPA/Alessandro di Meo ©Foto: EPA/Alessandro di Meo

22. Juli: Die Vorbereitungen an dem Schiff sind abgeschlossen, der Transport nach Genua kann tags darauf beginnen.

23. Juli: Am Mittwochvormittag wurde das Schiff auf seine geplante Route ausgerichtet und in die Startposition für die Fahrt nach Genua gebracht, wo es verschrottet werden soll. Hunderte Touristen und Einwohner der Insel, die die Vorbereitung beobachteten, applaudierten lang. Viele zeigten sich zutiefst bewegt. Gegen Mittag sollte das Schiff den Hafen der Insel verlassen und am Nachmittag Kurs auf Genua nehmen. Die Ankunft im Hafen Genua ist am Sonntag vorgesehen. Bei der Abfahrt werden die Sirenen des Hafens und die Glocken der Kirchen auf der Insel ertönen. Der Pfarrer der Insel, Lorenzo Pascuotti, wird das Schiff segnen.

AP/Courtesy of the Italian Civil Protection Department
AP/Courtesy of the Italian Civil Protection Department ©Foto: AP/Courtesy of the Italian Civil Protection Department

Die am 14. Juli begonnene Operation zum Abtransport nach Genua hat der Insel größere Unannehmlichkeiten beschert, die auch die Sommersaison zum Teil beeinträchtigt haben. In diesen Tagen wurde die Zahl der Fähren, die die Toskana mit der Insel verbinden, stark reduziert. Auch der Zugang der Touristen zu den Stränden wurde stark eingeschränkt. Rund um die Costa Concordia herrscht strengstes Fahrverbot für Boote. Am Mittwoch ist die Insel Giglio ganz vom Rest der Welt abgeschnitten.

(APA/red)

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