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Vom Märchenprinz zum Tanzkönig

Weil er "ein Bühnentier ist" und "das Wenige, was er macht so überzeugend" sei, nannte Ex-„Dancing Stars“-Kandidatin Timna Brauer ihren Kollegen Klaus Eberhartinger (56) als möglichen Sieger.

Und tatsächlich: Der langjährige Frontmann der „Ersten Allgemeinen Verunsicherung“ (EAV) hat es gemeinsam mit Peter L. Eppinger und Zabine Kapfinger ins „Dancing Stars“-Finale geschafft. Daran, in die letzte Runde zu kommen, hat Eberhartinger laut eigenen Aussagen lange nicht gedacht. Vor allem nicht, als er sich vor wenigen Wochen bei einer Hebefigur eine Rippe brach.

Auch, wenn Eberhartinger gemeinsam mit seiner Tanzpartnerin Kelly Kainz in den vergangenen Wochen auf Grund der Jury-Wertung stets hinter seinen Kollegen landete, das Fernsehpublikum und somit die „Voter“ scheinen hinter ihm zu stehen. Stets hat der Sänger, der auch immer wieder im Rateteam der ORF-Sendung „Was gibt’s Neues?“ zu Gast ist, einen Schmäh auf den Lippen, nicht immer ganz jugendfrei, wie Moderator Alfons Haider oft mahnend bemerkt.

Bei den Proben herrscht jedoch, wie die APA bei einem Besuch miterleben konnte, höchste Konzentration. Eberhartinger nimmt seine Aufgabe sichtlich ernst. Von der Haltung bis zum perfekten Gesichtsausdruck muss alles passen. Damit das klappt, greift Eberhartinger manchmal auch zu härteren Bandagen, wie auf der Website des ORF zu lesen ist: „Du Schlampe, Du Drecksau! Dich krieg’ ich noch! Genau das muss ich bei diesem Tanz denken“, erklärte er bei den Proben zum Paso Doble, „weil nur dann habe ich den richtigen Blick drauf! Ich bin so arm!“.

Von seinem Rippenbruch hat er sich schnell erholt, Hebefiguren waren ab diesem Zeitpunkt jedoch Tabu. Als er Kelly Kainz dann doch in die Höhe stemmte, erklärte er süffisant: „Sie hat sich auf meine Hüften gestützt. Und meine Lenden sind ja noch sehr stark.“ Von Vorteil könnte am kommenden Freitag durchaus Eberhartingers langjährige Präsenz in den Medien und im Musikgeschäft sein. Der am 12. Juni 1950 in Gmunden (OÖ) geborene Sänger stieg bereits 1981 bei der EAV ein, für das 1985 erschienene Album „Geld oder Leben“ erhielt die Band Platin, kurz darauf Doppelplatin und wenig später Siebenfach-Gold. 1991 nahm die EAV in Monaco den „World Music Award“ entgegen. Bekannt wurde die Band vor allem durch die Nonsense-Hits „Ba-Ba-Banküberfall“, „Märchenprinz“, „Küss die Hand, schöne Frau“ oder „Ding Dong“.

Seit Mitte der 90er-Jahre verbringt Klaus Eberhartinger meist die Hälfte des Jahres in seinem Domizil in Kenia, wo sich auch Bandkollege Thomas Spitzer ein Haus gekauft hat. Es folgten weitere CD-Veröffentlichungen und Tourneen der EAV. 2004 spielte Eberhartinger die Rolle der „Gailtalerin“ im Bühnenstück Watzmann, die Produktion war zwei Jahre auf Tournee. Ein Jahr nach Veröffentlichung erreichte die CD “100 Jahre EAV – Ihr habt es so gewollt“ 2006 Platinstatus in Österreich und in Deutschland Gold. Ein Platz auf dem Stockerl ist Eberhartinger nun auch als Tänzer gewiss.

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