Vom "Hexer" zum Wissenschaftler

Günter Hämmerle hat eine bahnbrechende wissenschaftliche Tat vollbracht. Früher brachte er mit seinen Paraden die Eishockey-Stürmer der österreichischen Elite-Liga zur Verzweiflung.

Damals, Mitte der 80 er Jahre. Als sich der 19-jährige „Bobo“ Günter Hämmerle anschickte, ein großer Eishockey-Goalie zu werden. Doch das Schicksal schien es vordergründig nicht gut zu meinen mit dem „Hexer“ im EHC-Lustenau-Kasten. „Eine Beckenlockerung bedeutete das Ende meiner Karriere“, kann er sich selbst heute etwas Wehmut nicht verkneifen. Doch wenn der Spruch vom „Schlechten, das nicht so schlecht sein kann, um nicht doch noch etwas Gutes in sich zu bergen“ auf jemanden zutrifft, dann auf Günter Hämmerle. Heute Mag. Dr. Günter Hämmerle.

Großer Wurf

Mit derselben Verbissenheit, die ihn im Drahtkasten auszeichnete, begab sich „Bobo“ in sein zweites Leben. Maturalehrgang und dann Biologie-Studium in Graz. „Ich war bald begeistert von Genund Molekularbiologie“, erzählt der heute 39-Jährige. Und talentiert war er auch. Hämmerle bekam eine Assistentenstelle am Institut, begann sich mit den genetischen Ursachen bei der Entwicklung von Fettleibigkeit zu beschäftigen. Vor kurzem gelang Hämmerle schließlich der große Wurf. Er konnte das fettspaltende Enzym ATGL bei Mäusen ausschalten. Eine bahnbrechende wissenschaftliche Leistung zur Erforschung von Störungen im Fettstoffwechsel.

Problem Übergewicht

„Wenn man weiß, dass es allein in Österreich zwei Millionen übergewichtiger Menschen gibt, in den USA bald jeder vierte Amerikaner schwer fettleibig sein wird, kann man sich vorstellen, welches Problem da auf uns zukommen kann“, verdeutlicht Dr. Hämmerle. Sein Problem fand in der Welt der Wissenschaft große Beachtung. Die Krönung der Anerkennung: Hämmerle wurde eingeladen, für das „Science“ – die Bibel des Wissenschaftsjournalismus – sein Projekt in einem Artikel vorzustellen.

Angebote abgelehnt

Danach bekam der leidenschaftliche Fliegenfischer hoch dotierte Angebote von der Pharmaindustrie. Doch Hämmerle lehnte diese alle ab. „Weil ich weiter neutral wissenschaftlich tätig sein möchte.“ Schon lange zurück liegt sein letzter Besuch eines EHC-Spiels. „Aber über den Meistertitel habe ich mich natürlich gefreut.“

ZUR PERSON

Dr. Günter Hämmerle

  • Geboren: 6. April 1967
  • Wohnhaft: Graz
  • Beruf: Wissenschafter
  • Familienstand: ledig
  • Hobbys: Fliegenfischen, Jazz
  • Lieblingsessen: Blaukraut mit Knöpfle
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