Vom Bach in die Steckdose

©Ludwig Berchtold
Schönenbach - Markus Dünser liefert jährlich rund 800.000 Kilowattstunden Ökostrom.

Schon seit altersher setzt das Vorsäß Schönenbach im Bregenzerwald auf Wasserkraft, zur Stromgewinnung. Einer, der heute noch davon profitiert ist Markus Dünser. Sein Vater baute 1978 das erste Kleinkraftwerk. Vor sechs Jahren hat es der Sohn mit beträchtlichem finanziellem Aufwand reaktiviert und die Leistung erhöht. Heute speist Dünser zwischen 700.000 und 800.000 Kilowattstunden Strom in das Öko-Stromnetz der VKW. Der junge Landwirt betreibt eines von zwei Kleinkraftwerken, die es im idyllischen Schönenbach gibt. Beide sind auch Ziel der zweiten „VN“-VKW-Kraftwerkswanderung am kommenden Sonntag. Markus Dünser begrüßt die Aktion. Denn: „Die Leute sollen wissen, woher der Strom kommt“, meint er. Freimütig räumt der gelernte Sägefacharbeiter ein, dass die Wasserkraft durch die Ökostrom-Novellierung wieder interessant geworden ist. Allerdings braucht es auch einigen Idealismus, um so eine Anlage am Laufen zu halten. Speziell bei starken Niederschlägen, an denen es in Schönenbach nicht fehlt. Das Gebiet zählt nämlich zu den niederschlagsreichsten Gegenden im Land. „Dieser Umstand sichert zwar, dass das Kraftwerk läuft“, sagt Markus Dünser. Aber es bedeutet mitunter auch enormen körperlichen Einsatz, um den Durchfluss vom vielen Schotter, den der Höllbach bei Regengüssen mitführt, wieder zu räumen.

Noch viele Reserven

Etwa einhundert Sekundenliter rauschen normalerweise zu Tal. „An und nach Regentagen ist es das Doppelte“, verdeutlicht Markus Dünser, der neben der Landwirtschaft noch eine kleine Sägerei betreibt. Er lebt das ganze Jahr über in Schönenbach. Wie das schon seine Vorfahren getan haben. Seit 200 Jahren ist Schönenbach die Heimat der Familie Dünser. Im Winter gesellt sich eine zweite Familie dazu. Einsam fühlt sich der junge Mann nicht. Er sei ja hier aufgewachsen. Quasi an die Ein­öde gewöhnt. Und berichtet mit größter Selbstverständlichkeit von Wintertagen, an denen es „kräftig ums Hus pfusat“ . Die Ökostrom-Bewegung sieht er insgesamt als „gute Sache“. Zumal es noch viele Reserven gebe. „Dazu braucht es aber mehr Entgegenkommen der Behörden“, fügt er an. Auch technisch sei viel möglich. Ob ökologisch vertretbar, jedoch die andere Frage. Ihm selbst reicht das, was er derzeit hat.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • VN-Menschen
  • Vom Bach in die Steckdose
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen