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Vom Aufschrei zur Strategie

Sie sei keine natürlich geborene Aktivistin, sondern "eine in der Not Geborene", lacht Karina Lechtaler in ihrem schmucken Lustenauer Heim. Dort, wo ihr Kampf begann.

Ein Kampf gegen den zunehmenden Lärm, der von der angrenzenden L 203 kommt. Ein Kampf für mehr Lebensqualität. Den Fritz Gurgiser aus Tirol nennt sie als Vorbild. „Wie der kämpft und nicht aufgibt, ist schon bewundernswert.

Selbst zur Kämpferin wurde die 38-jährige Mutter von zwei Kindern im April 2003. Als die Zollabfertigung Wolfurt Lustenau noch mehr Verkehr bescherte als zuvor. „Ich schrieb mir im VN-Bürgerforum meinen Frust von der Seele. Und als ich dann ein unglaubliches Feedback erhielt, mit anderen Betroffenen in Kontakt kam, beschloss ich: So, jetzt, machen wir was dagegen!“

Zahlreiche Lkws mehr sind mittlerweile die Landesstraße heruntergedonnert, Lechtaler hat nichts an Kampfeslust verloren. Sie hält ein dickes Bündel Manuskripte in die Höhe. „Das sind alle Beschlüsse der Gemeindevertretung seit 1989. Mehr als dieses Papier ist daraus nicht geworden.“ Dann präsentiert sie respektvoll die Mappe mit dem druckfrischen Vorarlberger Verkehrskonzept. „Mal sehen, ob uns das weiterbringt.“

Karina Lechtaler hat gelernt zu zweifeln. Aber auch zuzuhören und wenn nötig zu streiten. „Alles Erfahrungen, die mir persönlich gut getan haben“, versichert sie glaubwürdig. Der Kampf habe im Laufe der Zeit die Methode gewechselt. „Zuerst war es nur der wütende Aufschrei. Jetzt gehen wir mit nüchterner Strategie vor.“ In den Gegnern einer Entlastungsstraße sieht Karina Lechtaler keine Feinde. „Weil ich niemandem unterstellen will, dass er etwas Böses im Schilde führt. Es gibt eben unterschiedliche Auffassungen. Das musst du zu akzeptieren lernen.“ Nicht akzeptieren kann sie Leute, „die sich über spielende Kinder, ein Konzert oder den kurzfristigen Lärm bei einem Fußballspiel aufregen. „Wie gerne hätten wir diese Sorgen.“

Lechtaler kämpft gegen einen Lärm, der nie aufhört. Sie wird weiter kämpfen.

ZUR PERSON

  • Beruf: Kaufmännische Angestellte
  • Geboren: 8. Mai 1968
  • Familie: Verheiratet, zwei Söhne
  • Hobbys: Freunde treffen, wandern, reisen
  • Lieblingsspeise: Italienische Küche
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