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Vollmond

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. ©Ulrich Gabriel

Wieder ein Vollmond überstanden. Irgendetwas wird‘s ja schon drauf haben mit dem Mondwechsel. Wenn er sich bei mir meldet, das ist nicht immer der Fall, schleicht das ganze Weltall ins Hirn und aktiviert die gespeicherten Informationen über Milchstraße, Sterne & Co. Auch die Außerirdischen tummeln sich da in einer Ecke. Waldheim näselt in 17.810.929.966 km Entfernung von der Erde im Voyager unentwegt seine Begrüßung an die Außerirdischen: „Als Generalsekretär der Vereinten Nationen, einer Organisation mit 147 Mitgliedsstaaten, die fast alle Bewohner des Planeten Erde repräsentieren, sende ich Grüße im Namen der Menschen unseres Planeten. Wir treten aus unserem Sonnensystem in das Weltall und suchen nur Frieden und Freundschaft, um zu lehren, wenn man sich an uns wendet, und zu lernen, wenn es das Glück will. Wir wissen sehr wohl, dass unser Planet und all seine Bewohner nur ein kleiner Teil des unermesslichen Weltraums sind, der uns umgibt, und wir unternehmen diesen Schritt in Demut und Hoffnung.“

Inzwischen hat ihn Ruth Beckermann zur Hauptperson eines Filmes gemacht: „Waldheims Walzer“. Es sei ein Film über Lüge und Wahrheit. So. Über alternative Fakten. So. Über individuelles und kollektives Bewusstsein. Soso. Im Trailer wird Abraham Lincoln zitiert: „Man kann alle Leute eine Zeit lang an der Nase herumführen und einige Leute die ganze Zeit, aber nicht alle Leute die ganze Zeit“. Waldheim hat ja auch ein ausgesprochen großes Nasengerät. Natürlich kommt einem da Pinocchio in den Sinn. Storia di un burratino. Mir fällt Josef Meinrad ein, als Don Quixote.

Dennoch: Höre ich über Wahrheit vielosophieren, vergeht mir das Sehen. Meistens fällt mir dann das einzig „Wahre Warsteiner“ (Bier) ein, mit Gewinnspiel. Mitte Woche ließ mich der Vollmond, noch nicht ganz voll, es fehlten noch 8 Stunden, zu Waldheims Pferd werden. Für ein paar Sekunden außerirdischer Eingebung sah ich mich gezwungen nachzudenken, wie es sich anfühlt Waldheims Ross zu sein. Ich spürte ganz deutlich links und rechts des Wehrmachtsoffiziers Beine an mir herunterhängen, wie der „Mutmaßliche“ auf mir saß und mit seiner Nase witterte. Als Pferd hab ich heute noch damit zu tun. „Ein Pferd ist weder bös noch gut, es kommt drauf an, wers reiten tut!“ Doch plötzlich fühlte mein Rücken leer sich an. Soll ich ganz allein nach Hard ins Gasthaus Waldheim traben? Waldheim fliegt ja auch ohne mich. Bleibt Österreich für immer Waldheims Pferd?

SMS: Ihre Buchbestellung „Die drei Sonnen“ kann abgeholt werden. Seit ich Cixin Liu lese, bin ich seltsam berührt vom Hier und Dort. Die Weltlochlast zerklemmt mich nicht mehr so. Die Raumzeitkrümmung wirkt befreiend. „Aber ich kann der Wirklichkeit ebenso wenig entkommen wie meinem Schatten.“ (Liu)

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. ©Ulrich Gabriel
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