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Volksgarten:Tummelplatz für joggende Politiker

Der Volksgarten ist der "Sportplatz" der österreichischen Spitzenpolitik. Gusenbauer joggt regelmäßig durch die Botanik, die FPÖler üben "aktives Erwachen".

Wer in der Früh durch den Wiener Volksgarten spaziert, bekommt bald das Gefühl, auf dem Sportplatz des Parlaments zu sein: Während SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer – oft gemeinsam mit Fraktionskollegen wie etwa Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni – seinen Morgenlauf durch die Parkanlagen der City absolviert, üben Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer und Theresia Zierler von der FPÖ unter der Aufsicht von Generalsekretär und Marathonprofi Karl Schweitzer „aktives Erwachen“. Territorialkämpfe gibt es in dem nicht gerade weitläufigen Gelände nicht: Man trainiert zwar nicht unbedingt gemeinsam, zu einem freundlichen „Guten Morgen“ könne man sich aber durchringen.

„Wir machen Dehnübungen, Atemübungen und Laufen“, erklärte Schweitzer das freiheitliche Morgensportprogramm. Neben einem verspannten Nacken würden die Damen oft unter einer verkürzten Wadenmuskulatur leiden. „Durch das jahrelange Stöckelschuhtragen“, diagnostizierte der FPÖ-Generalsekretär. Mit der Disziplin seiner Turngruppe ist er sehr zufrieden: Selbst an Tagen, wo der Terminplan kein gemeinsames „aktives Erwachen“ erlaubt, würde die Vizekanzlerin alleine zu Hause trainieren.

Für einen Marathon trainieren weder der SPÖ-Vorsitzende noch die FPÖ-Damen. Und Schweitzer zufolge ist das auch gut so: Ein Politiker, der zu früh seine sportliche Leistungsfähigkeit medial zur Schau stellen will, könne sich nämlich sogar nachhaltig körperlich schädigen. Der Grund ist einleuchtend: Während ein normaler Teilnehmer einfach aufhören kann, wenn er sich überanstrengt hat, ist das für einen Volksvertreter nahezu ausgeschlossen, will er sich nicht dem Spott der politischen Gegner und der Medien ausliefern.

Als schlechtes Beispiel könne, so der Generalsekretär, etwa der ehemalige Innenminister Karl Schlögl dienen, der sich bei seinem ersten Marathon nur mit allerletzten Kräften über die Ziellinie kämpfte. Da wäre noch der Auftritt eines Politikers – der Name ist ein Geheimnis – besser gewesen, der, als er erfahren hatte, dass ein Vertreter je Partei vom Fernsehen interviewt wird, zwar zum Start kam aber rechtzeitig vor dem Anpfiff – und nach seinem TV-Auftritt – das Weite suchte.

In Zeiten, da Interviews auch schon beim gemeinsamen Joggen geführt werden, ist eine gute Kondition aber von großem Vorteil. „Ich war einmal mit einem Redakteur laufen und als er nach einiger Zeit begann, unangenehme Fragen zu stellen, bin ich einen Berg hinauf“, so Schweitzer. Die Fragen des Journalisten gingen schließlich in dessen Schnaufen unter.

Im Parlament hat der gemeinsame Sport schon so etwas wie eine Brückenfunktion zwischen sonst weniger befreundeten Fraktionen. „Ich kann mit Josef Cap sehr gut über das Laufen reden. Er kennt sich wirklich sehr gut aus“, sagte Schweitzer. Mit Martin Bartenstein ging man schon zu Oppositionszeiten gemeinsam Joggen. „Die Meisten können das Trennen.“

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