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VN-Interview: Irina von Bentheim ist "Carries" Stimme

Eine Beziehung, guter Sex oder Schmetterlinge im Bauch. Wenn Carrie Bradshaw in der Erfolgsserie „Sex And The City“ davon spricht, hören wir die Stimme der deutschen Schauspielerin Irina von Bentheim. Sie kommt nach Bregenz.

VN: Vier Frauen sprechen vor allem über eines – über Männer. Und zwar so unverblümt, dass die Serie in den USA ein Straßenfeger wurde. Was hat Sie dazu bewogen, den Job als Synchronsprecherin für Sarah Jessica Parker als Carrie anzunehmen? Von Bentheim: Als ich zum Casting geladen wurde, hatte ich noch nichts von der Serie gehört. Ich wusste nur, dass der Regisseur ein Mann ist, mit dem ich gerne arbeite. Wir leben davon, so eine Serie angeboten zu bekommen. Da sagt man nur in seltenen Fällen ab.

VN: Ist es Ihnen schon einmal schwer gefallen, einen Satz oder ein Wort in diesem Text zu sprechen?

Von Bentheim: Spielen Sie auf Anzüglichkeiten an?

VN: Nein, ich meine es generell, obwohl auffällt, dass die vier mitunter etwas naiv sind, auch wenn es dann wieder witzig ist.

Von Bentheim: Nun, Sarah Jessica Parker spricht sehr schnell. Wenn sie dann auch noch betrunken ist oder singt, ist das eine Herausforderung, da komme ich ganz schön ins Schwitzen. Was man sich kaum vorstellen kann, ist, wie schwer es manchmal ist, ein einfaches Wort wie Hallo hinzukriegen.

VN: Können Sie sich vorstellen, dass Frauen untereinander wirklich so über Sex sprechen?

Von Bentheim: Natürlich. Tun Sie es etwa nicht?

VN: Mir würde schon einmal die Zeit dazu fehlen. Tun Sie es?

Von Bentheim: Ich mache es nicht mit jeder, aber diese Gespräche gibt es schon.

VN: Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass das etwas bringt?

Von Bentheim: Frauen gehen schon ins Detail. Sie wollen sich austauschen, das tut ihnen gut. Ich glaube, da sind einige Barrieren gefallen. Das ist ganz wichtig für Frauen.

VN: Konnten Sie erfahren, was Männer davon halten?

Von Bentheim: Die kriegen schon mit, dass solche Gespräche stattfinden. Wie Männer hier definiert werden, ist überzeichnet, aber ich finde es mutig und gut, dass der Spieß einmal umgedreht wird, dass Frauen Männer als Sexualobjekte behandeln können. Was ich inhaltlich noch wichtig finde, ist, dass da Frauen sind, die selbstbewusst sind, die Charme und Sex-Appeal haben. Frauen sollten sich für Widersprüchlichkeiten nicht schämen. Warum schöne Brüste nicht einsetzen? Man muss sich ja nicht gleich prostituieren. Frauen sollten nicht denken, ich kann nur in der Welt bestehen, wenn ich mich wie ein Mann verhalte.

VN: Ist es für Ihre Arbeit eine Voraussetzung, Carrie zumindest sympathisch zu finden?

Von Bentheim: Ich habe schon Frauen gesprochen, die ich bescheuert fand, oder besoffene Ratten in Trickfilmen. Ich mag Carrie in ihrer Widersprüchlichkeit, die Figur gefällt mir, sie ist vielschichtig.

VN: Und hat einen Schuhfimmel. Tragen Sie gerne hohe Schuhe?

Von Bentheim: Gut, mit diesen Marken, da habe ich wirklich nichts zu tun. Mir ist es auch völlig egal, was für ein Täschchen ich trage.

VN: Welche ist die beste Schauspielerin?

Von Bentheim: Für meine Begriffe ist das Kim Cattrall.

VN: Warum hat die Serie wohl so gute Quoten?

Von Bentheim: Weil sich Frauen mit den Figuren identifizieren können. Gut, da ist einiges sehr überzeichnet, aber sie ist intelligent gemacht und humorvoll.

VN: Welchen Charakter bzw. welche Schauspielerin synchronisieren Sie am liebsten?

Von Bentheim: Ich bewundere Naomi Watts. Sie spielt phänomenal, zum Beispiel im Film “21 Grams“. Für die bin ich jetzt für den diesjährigen Synchronpreis nominiert.

Das Interview führte Christa Dietrich

Am 4. Oktober liest Irina von Bentheim im Bregenzer Festspielhaus aus Kolumnen von Candace Bushnell, die der Serie zugrunde liegen.

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