Völkermordverdächtiger Ruandese in Schweden festgenommen

Im Stockholmer Vorort Täby ist am Mittwoch ein völkermordverdächtiger Ruandese festgenommen worden. Der 52-Jährige soll für ein Massaker an 25 Angehörigen der Tutsi-Volksgruppe in Kigali verantwortlich sein.

Nach schwedischen Polizeiangaben steht der Namen des Mannes auf der Liste der 100 meistgesuchten Kriegsverbrecher im Zusammenhang mit dem Völkermord in Ruanda im Jahr 1994, bei dem innerhalb von drei Monaten etwa 800.000 Menschen, vorwiegend Tutsi, ermordet wurden. Die schwedische Justiz muss nun entscheiden, ob der Mann an Ruanda ausgeliefert werden könnte. Er besitzt einen dänischen Flüchtlingspass. Nach den Ereignissen in Ruanda war der Mann, der laut Medienberichten eine hohe Position in der ruandesischen Luftfahrtbehörde innehatte, zunächst nach Dänemark geflohen.

Dort war er vor zwei Jahren bereits einmal festgenommen, nach elf Monaten Untersuchungshaft wegen unzureichender Beweise aber wieder freigelassen worden. Er erhielt im Anschluss daran eine Million Kronen (134.072 Euro) Haftentschädigung. Völkermord-Verdächtige aus Ruanda suchten und fanden seit 1994 auch in anderen nordeuropäischen Staaten Asyl.

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