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Viren raffen Ländle-Bienen dahin - So sollen sie gerettet werden

Ländle-Bienen: Teils dramatische Ausfälle.
Ländle-Bienen: Teils dramatische Ausfälle. ©AFP
Das Bienensterben beschäftigt Vorarlberg bereits seit Jahren. Die gefährliche Varroamilbe raffte allein im Winter 2016/17 die Hälfte der 10.000 Völker dahin. Bundesweit waren es "nur" 23 Prozent. Dass im Ländle die Situation so viel kritischer ist, löst Besorgnis aus.

“Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben”: Dieses Albert Einstein zugeschriebene Zitat bringt auf dramatische Weise zum Ausdruck, was für eine wichtige Funktion diese Insekten für uns Menschen haben. Nicht nur als Honigproduzenten – ohne Bienen wäre die Bestäubung vieler Pflanzen undenkbar. Und damit wäre die Menschheit wichtiger Nahrungsgrundlagen entzogen.

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Dramatisches Bienensterben im Winter 2016/17

Zwar ist das gänzliche Verschwinden der Biene nicht absehbar – aber die Zahlen machen deutlich, dass die Lage ernst ist. Dabei sind es nicht nur die vielfach beschworenen Neonicotinoide, welche den Bienen zusetzen. Ungemach droht zusätzlich von der Varroamilbe. Nicht nur die Milbe selbst vernichtet ganze Völker, tödliche Viren, die sich als “Nebenprodukt” der Milbe entwickelten, gaben geschwächten Völkern den Rest. Die Ländle-Imker wollen nun mit aller Kraft gegensteuern.

Bundesweit überlebten 23 Prozent der Völker den Winter 2016/17 nicht. Dass die Zahl in Vorarlberg um so vieles höher lag, sorgte für zusätzliche Sorge bei den Ländle-Imkern. Überdies verschärft wurde die Situation dadurch, dass es schon 2015 ein Massensterben bei Vorarlbergs Bienen gab. “Es geht den Bienen hundsmiserabel”, konstatierte der Obmann der Vorarlberger Imkerverbandes Egon Gmeiner damals gegenüber den “VN”.

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VOL.AT/Schwendinger ©Egon Gmeiner beauftragte Arbeitsgruppe VOL.AT/Schwendinger

“Masterplan” zur Rettung der Ländle-Biene

Gmeiner beauftragte eine Taskforce, um dem Problem Herr zu werden. Eine Gruppe von Experten, allesamt Imker, sollte neue Wege finden um dem Bienensterben ein Ende zu setzen. Um die Situation für Vorarlberg besser einschätzen zu können, wurde erstmalig eine Online-Umfrage unter den Imkern durchgeführt (den gesamten Abschlussbericht hier nachlesen).

Es wurde deutlich, dass die Gesundheit der Bienen nur durch eine Kombination aus geeigneten Maßnahmen gesichert werden kann. Bei den eingegangenen Rückmeldungen von Imkern mit Verlusten zeigte sich etwa, dass die Varroa-Behandlung – die Milbe wird dabei vor allem mit Ameisensäure bekämpft – teils mangelhaft beziehungsweise mit unzureichenden Mitteln durchgeführt wurde. Bei den Imkern ohne Verluste handelte es sich ausnahmslos um Imkereien mit konsequent durchgeführter Varroa-Behandlung. Zudem gibt es einen Zusammenhang zwischen Bienensterben und Ausbildungsgrad der Imker, wie eine EU-Studie zeigt: Die geringste Sterblichkeit wurde bei professionellen Bienenhaltern beobachtet.

Imker sehen Landesregierung am Zug

Ein Maßnahmenplan wurde in Folge dessen entwickelt. Bei der Varroa-Behandlung soll etwa ein gemeinsames, modernes Behandlungskonzept eingeführt, getroffene Maßnahmen dokumentiert werden. Imker werden dazu angehalten, auf das Auftreten von kranken Bienen zu achten. Zudem wird Imkern geraten, die Standgröße von 10 bis maximal 15 Völkern nicht zu überschreiten. Dies gilt vor allem bei schlechterem Nahrungsangebot.

Ein weiteres Problem sind dicht zusammenstehende Bienenvölker, was Krankheitsübertragungen begünstigt. Hier sehen die Imker die Landesregierung am Zug: Eine Gesetzesänderung bezüglich der Massierung von Bienenvölkern, des einzuhaltenden Mindestabstandes zwischen Bienenständen sowie der maximalen Standgröße soll Abhilfe schaffen. Auch wird dazu geraten, keine Völker außerhalb Vorarlbergs zuzukaufen.

 

Zu frühe Mahd als Problem – Gespräch mit Landwirten

Um die Völker zu stärken, soll auf Gespräche mit Landwirten gesetzt werden. Denn der Zeitpunkt, ab welchem die Mahd durchgeführt wird, hat sich als äußerst kritisch erwiesen. Kurz gesagt: Wird zu früh gemäht, fehlt den Bienen schlicht das Nahrungsangebot. Es müssten dabei flankierende Unterstützungen greifen, um den Bauern den Mehraufwand beziehungsweise Minderertrag auszugleichen. Ein weiteres Ziel ist es, sogenannte Bienenweiden zu vermehren.

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VOL.AT/Steurer ©VOL.AT/Steurer

Achtung – Springkraut als Gefahr für unsere Bienen!

Als ebenfalls schädlich für unsere Bienen haben sich eingeschleppte Pflanzenarten erwiesen – allen voran das drüsige Springkraut, welches sich in Vorarlberg immer weiter verbreitet. Da es spät blüht, wird die Bruttätigkeit der Bienen unnatürlich verlängert – und damit die Vermehrungszeit der Varroa-Milben. Nicht zuletzt bildet sich Schimmel aufgrund ungenügender Konservierung des spät eingetragenen Pollens.

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VOL.AT/Peter Strauß ©VOL.AT/Peter Strauß

Und das kann jeder einzelne tun

Auch als Nicht-Imker kann man etwas für die Bienen tun. So etwa beim Aufstellen von Insektenhotels oder bei der Verbesserung des Nahrungsangebots – sprich der Anlage von Blumenwiesen und Hecken. Dabei sollte auf Standortgerechte, einheimische Pflanzen gesetzt werden. Überdies setzen Spritzmittel den summenden Insekten zu.

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Die Imker raten daher zu einem vollkommenen Verzicht von Spritzmitteln im Garten und in Obstkulturen – und hoffen, dass in Hinkunft auf biologische Schädlingsbekämpfung gesetzt wird. Ein politisches Signal kann jeder einzelne setzen, indem man bei Petitionen gegen Spritzmittel wie Neonicotinoide und Glyphosat unterzeichnet. Hier soll Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung geleistet werden. In diesem Sinne kann eine regionale Lösung für das globale Problem des Bienensterbens gelingen.

Faktbox: Petitionen zum Verbot von Neonicotinoiden:

Parlament der Republik Österreich

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