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Viennafair 09: Sechs Galerien aus Budapest zeigen Reichtum der Szene

©© Viennafair
Mit ihrem Schwerpunkt auf Zentral und Osteuropa (CEE) versteht sich die Wiener Kunstmesse Viennafair ganz explizit als Sprungbrett für die osteuropäische Kunstszene in den internationalen Markt.

Budapest macht vor, wie es gedacht ist: Die Szene ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, an der heurigen Messe nehmen gleich sechs Galerien teil und bringen auch ihre eigenen Sammler mit. Vor allem aber: Sie sind längst keine homogene Gruppe mehr, sind nicht als “osteuropäisch”, ja nicht einmal als “ungarisch” zu kategorisieren, sondern kommen mit einem breiten Spektrum an Genres und Geschmäckern.

Erst im November hat die Galerie Viltin in bestechend großen Räumlichkeiten nahe des Donauufers aufgemacht und wurde von den Viennafair-Kuratoren bei deren Lokalaugenschein schon in ihrem ersten Jahr nach Wien gebeten. “Es ist sicher nicht die leichteste Zeit, um eine Galerie zu eröffnen”, erzählte Galeristin Krisztina Dian beim APA-Besuch. “Jeder spürt die Zurückhaltung, aber ich bin optimistisch.” Wien wird der allererste Auftritt der Galerie bei einer Messe – mit im Gepäck sind die Arbeiten von sechs jungen ungarischen Künstlern, hervorstechend darunter die großen weißen Flächen mit Kriegs-Miniaturen von Zsolt Asztalos.

Ein wahrer Pionier in der ungarischen Kunstszene ist demgegenüber Hans Knoll, der 1989 die erste zeitgenössische Galerie eröffnete. Noch heute ist die ungarische Dependance der Wiener Knoll Galerie in ihrer Altstadtwohnung am Franz-Liszt-Platz untergebracht und vertritt bekannte Namen wie Birkas Akos oder Csaba Nemes, von dem in Wien die neue Serie “Jeder Tag ist 1956” über die fast täglich gewordenen Demonstrationen in Budapest gezeigt werden. An Bord ist auch die ungarische Biennale-Vertreterin Luca Göbölyös, die mit “Ich will geheiratet werden” Männerfang-Rezepte (Stichwort: Schamhaar auf Kaffee-Obers) wie in einem Kochbuch darstellt.

“In den beiden vergangenen Jahren haben wir in Wien ziemlich gut verkauft, auch an Österreicher”, berichtet Osrsolya Hegedüs von der Galerie Acb, die heuer bereits zum fünften Mal bei der Viennafair dabei sein wird. 2003 gegründet, vertritt die Galerie etwa Andras Braun oder Attila Szücs, heuer setzt man in Wien allerdings auf andere Genrevertreter: Hajnalka Tarr, eine schlichte, subtile Zeichnerin, den Multimedia-Künstler Gyula Varnai und den Bildhauer Ferenc Varga, den wohl ersten Hersteller von Kontaktlinsen aus Stein.

Mit einer Einzelpräsentation kommt die Inda Galerie nach Wien. In einem Appartement mit Blick auf das ehemalige jüdische Viertel in der Kiraly Utca gelegen, hat Galeristin Agnes Taller mit Einwilligung der Bewohner sogar den Innenhof des Gebäudes künstlerisch gestalten lassen, in ihren Räumen zeigt sie junge ungarische Positionen, mit denen sie gerade erst in Rom erfolgreich war. Zahlreiche Auszeichnungen, wie den Hincz Gyula Award 2000 und den Munkacsy-Award 2007 hat Lajos Csonto in Ungarn bereits gewonnen, seine Fotografien, Projektionen und Videos arbeiten allerdings mit viel Textelementen, die eigens für die Viennafair übersetzt werden.

“Ich glaube, es wird erwartet, dass wir junge, ungarische Künstler bringen”, erklärt Margit Valko, die in ihrer Kisterem Galerie etwa zur Hälfte internationale Positionen zeigt. “In Wien will man progressive, osteuropäische Kunst zeigen, aber die ist eher schwer zu verkaufen.” Mit der Videokünstlerin Barbara Follard, dem Bildhauer Adam Kokesch und der Malerin Katalin Kaldi versucht Valko bei ihrem zweiten Besuch in Wien möglichst allen Seiten gerecht zu werden. “Ich glaube, wirklich erfolgreich kann man erst ab dem dritten Mal bei einer Messe sein, die Sammler wollen einen zu erst einmal kennenlernen.”

Mit den Teilnehmern aus Ungarn konkurrieren jedoch nicht nur mehr Galerien um die selben Sammler, sondern sie haben durchaus auch Käufer im Schlepptau. “Wien ist für Sammler wie ein Sprungbrett nach Paris, Basel oder London”, erklärt etwa der ungarische Kunstsammler Zsolt Somloi, der selbst auch wie jedes Jahr zur Viennafair kommen wird. “Es ist eine nette, kleine Messe mit erstklassigen Galerien – und sehr nah.” Für die ungarischen Sammler also die nächste Destination, wenn es um den Kauf internationaler Kunst geht – nicht zuletzt werde dabei gerne nicht nur Kunst in Österreich, sondern auch aus Österreich erworben.

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