Vielseitigkeitsreiter Gold aberkannt

In einer der umstrittensten Entscheidungen in der Geschichte Olympischer Spiele hat der Internationale Sportgerichtshof (CAS) am Samstag in Athen den deutschen Vielseitigkeitsreitern ihre beiden Goldmedaillen aberkannt.

In ihrer endgültigen Entscheidung gab eine Ad-hoc-Kammer des CAS einem Protest der Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von Frankreich, Großbritannien und den USA statt. Die Länder bekommen in dieser Reihenfolge die Mannschafts-Medaillen. Einzelsiegerin Bettina Hoy muss ihr Gold an die Britin Leslie Law abgeben und bleibt damit genauso medaillenlos wie die Mannschaft. Silber geht an Kimberly Severson aus den USA, Bronze an die Britin Philippa Funnell.

„Ich halte das für eine fürchterliche Entscheidung. Aber ich kann sie nicht ändern. Wir müssen sie akzeptieren”, sagte Jürgen Thumann als Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. NOK-Präsident Klaus Steinbach sprach von einer „bedauerlichen Entscheidung, die wir respektieren müssen. Die sportlich beste Reiterin Bettina Hoy hat am Grünen Tisch ihre verdiente Medaille verloren.”

Die Entscheidung am Grünen Tisch ist deshalb so umstritten, weil sie in enger Auslegung von Paragrafen gefallen ist. Die drei NOKs haben mit ihrer Argumentation vor den CAS-Richtern Deon van Zyl, Pantelis Dedes und Richard McLaren einstimmig Recht bekommen. Danach war das Berufungskomitee der FEI nicht berechtigt, die Tatsachenentscheidung der Wettkampf-Jury (Ground Jury) umzustoßen. Die Ground Jury hatte eine zweimalige Überquerung der Startlinie durch Hoy beim letzten Ritt der Mannschaftsentscheidung mit einer Strafe von 14 Punkten belegt. Diese war dann von der Berufungskommission aufgehoben worden, so dass Bettina Hoy auch in der Einzelwertung den ersten Platz errang. Durch das CAS-Urteil belegt Hoy nun nur noch den neunten Platz, das deutsche Team fiel auf Rang vier zurück.

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