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Viele Stromfresser zu Hause

Überblick über die auch versteckten Stromverbraucher im Haushalt und Möglichkeiten zur Einsparung.

Man kommt nach Hause und macht das Licht an, räumt schnell die fertige Wäsche aus der Maschine in den Wäschetrockner. Der Akku des Smartphones schreit auch wieder nach neuer Energie. Und der duftende Kaffee läuft per Knopfdruck schnell aus dem Kaffeevollautomaten, der immer einsatzbereit auf Stand-by steht. Wir verbrauchen ständig viel Energie. Daheim, im Job, unterwegs. Doch wo stecken die Stromfresser eigentlich? Hat man doch die Beleuchtung mit Energiesparlampen ausgestattet, und viele der Geräte sollen doch energiesparend sein. Aber die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Der Pro- Kopf-Stromverbrauch hat sich in den letzten 30 Jahren um 85 Prozent gesteigert.

„Von 2010 bis 2013 hatten wir eine Steigerung, danach einen Rückgang unter das Niveau von 2010. Berücksichtig man witterungsbedingte Schwankungen – 2014 und 2015 waren sehr milde Winter –, kann man von einem stagnierenden Verbrauch reden“, so Florian Waldorf von Illwerke- VKW zur Entwicklung des Stromverbrauchs in Vorarlberg bis einschließlich 2015. Auch die Ausstattung mit Elektrogeräten, die wir fast täglich für unseren Komfort im Einsatz haben, hat sich gesteigert. Ein Haushalt hat oft mehrere TV-Geräte, Radios und Computer im Einsatz. Vom elektrischen Wäschetrockner bis hin zur mit Strom betriebenen Parmesanreibe ist die Liste an Stromverbrauchern lang. Vieles in der Wohnung kann intelligent mit dem Smartphone überwacht werden. Das verbraucht Strom. „Viele tägliche Abläufe werden durch elektrische Geräte unterstützt“, weiß Helmut Burtscher.

Der Energieexperte ist bei Illwerke-VKW Leiter des Energieservice. Er zeigt auf, wo man im Haushalt ohne Komfortverlust spielend Strom sparen kann und gleichzeitig die Umwelt und den Geldbeutel schont. Hocheffiziente Umwälzpumpen reduzieren den Verbrauch gegenüber veralteten Pumpen um bis zu 80 Prozent. „In den meisten installierten Heizanlagen verrichten derzeit noch überdimensionierte Umwälzpumpen mit einer Leistung von 80 bis 110 Watt ihre Arbeit und sind somit verantwortlich für einen ineffizienten Stromeinsatz“, weiß Helmut Burtscher. „Je nach Ausstattung und Nutzung entfallen bis zu 20 Prozent des Stromverbrauchs im Haushalt auf die Beleuchtung“, so der Energieexperte. Durch den Einsatz von LED-Lampen könne jeder den Stromverbrauch für die Beleuchtung um bis zu 90 Prozent senken.

Waschen, Trocknen, Spülen
„Starten Sie Elektrogeräte wie Waschmaschine, Wäschetrockner oder Geschirrspüler nur vollständig befüllt, und wählen Sie die Waschtemperatur möglichst niedrig, bei wenig verschmutzter Wäsche können sie auf die Vorwäsche verzichten“, zeigt Burtscher auf. Wäschetrockner sollte man, wenn möglich, vermeiden und die Wäsche auf der Wäscheleine trocknen. Nicht zu stark kühlen: „Die optimale Kühlschranktemperatur beträgt sieben Grad Celsius. Im Gefrierschrank oder -fach sollten minus 18 Grad Celsius nicht unterschritten werden. Die Temperatur kann leicht mit einem Thermometer überprüft werden“, gibt Burtscher einen weiteren Tipp. „Achten Sie beim Neukauf von Elektrogeräten auf das Energiepickerl (Klasse „A++“, „A+++“), und kaufen Sie nur stromsparende Modelle. „ A“ steht mittlerweile in vielen Haushaltsbereichen für einen hohen Stromverbrauch.

Vom Kauf von Geräten mit der Energieklasse „B“ ist generell abzuraten.“ Ein Stand-by-Verbrauch entsteht, wenn Elektrogeräte Strom verbrauchen, auch wenn sie nicht verwendet werden, wie z. B. bei Fernsehern, Computern, Radiogeräten, Ladegeräten für Handys, PC, Radiowecker oder Schnurlostelefonen. Helmut Burtscher: „Solche Elektrogeräte sollten daher immer zur Gänze ausgeschaltet werden, am besten ist es, eine schaltbare Steckerleiste zu verwenden oder den Stecker zu ziehen.“ Durch den Einsatz einer Energiesparbrause reduziert man, so Burtscher, den Wasserverbrauch bei einem Duschvorgang um circa ein Drittel bis um die Hälfte. „Das Beste ist, man merkt keinen Unterschied im Duschkomfort. Bis das Warmwasser am Wasserhahn austritt, sind die Hände meist schon gewaschen. Wenn man den Wassermischer auf kalt einstellt, verhindert man diesen unnötigen Warmwassertransport“, gibt er einen weiteren Einspartipp.

 

Die Serie „Energie für unser Leben“ ist eine redaktionell unabhängige Serie der VN mit Unterstützung von illwerke vkw.

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