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Versicherungsdirektor bedroht: Querulant muss zum Psychiater

(VN) Feldkirch -  Versicherungskunde nach Rückkauf von Lebensversicherung verärgert. Verhandlungsfähigkeit fraglich.

Zunächst wollte der 59-jährige Altacher gar nicht zur Verhandlung kommen. Am Telefon wollte er mit Richterin Birgit Fink die Angelegenheit regeln. Zuvor war er unangemeldet bei der Staatsanwaltschaft in das Büro eines Sachbearbeiters gestapft und wollte über seinen Fall reden. Der Staatsanwalt, der für die Sache gar nicht zuständig war, wurde den Mann nicht mehr los. Die Polizei musste den Querulanten hinausbringen. Gestern erschien der ordentlich Gekleidete doch zum Prozess und fragte höflich: „Wo ist es genehm, dass ich sitze?“ Im Saal zwei zivile Polizeibeamte. Sicherheitshalber. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Altacher gefährliche Drohung und beharrliche Verfolgung vor. Der Versicherungskunde hatte eine Lebensversicherungzurückgekauft und musste dabei den üblichen Abschlag in Kauf nehmen. Das wollte er nicht akzeptieren. Seitens der Versicherung bemühte man sich kulanzhalber um eine Lösung, doch der einstmals Versicherte war verärgert und ließ nicht locker. Er reif den Landesdirektor an. Immer wieder drohte er mit seltsamen Prophezeiungen wie „Es wird etwas von oben herab kommen“ oder „Sie werden krank werden“. Nach einigem Zögern zeigte man den seltsamen Mann, der nach eigenen Angaben selbst einmal betriebsleitend in der Wirtschaft tätig war, an.

Angeklagter liebt Fremdwörter

Richterin Birgit Fink bemüht sich geduldig darum, den Vorwürfen auf den Grund zu gehen. Doch bald wird klar: Es ist völlig aussichtslos. Trotz Erklärungen, Belehrungen und viel gutem Zureden fällt ihr der Beschuldigte ständig ins Wort und redet wirres Zeug. Mit dem Regenschirm in der Hand wirft er der Richterin vor, sie vertrödle nur seine Zeit. Er erfindet Fremdwörter und wirft mit schwülstigen Wortkreationen um sich. Sein Lieblingswort ist „attestieren“. Die Polizeibeamten und Zuhörer runzeln die Stirn. Wie in einer Geheimsprache sprudelt der 59-Jährige unaufhörlich aus sich heraus. „Jetzt fahren Sie schon wieder fort, mich zu kontaminieren“, faucht er die Vorsitzende an. „Und simulieren Sie mir nicht immer dazwischen!“, ergänzt er aufgebracht.

Verteidiger und Gutachten

Die Zeugin bezeichnet der verwirrt Wirkende als „Nebenbuhlerin“. „Ich werde Sie verklagen“, droht der Altacher der Richterin. Er ist erbost darüber, dass der Prozess vertagt wird. Es ist offensichtlich: Er bedarf eines Verteidigers als auch eines psychiatrischen Gutachtens. Die Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten muss geklärt werden. Nach „Das ist wunderbarst“ und „Sehr scharfsinnig Frau Doktor Fink“ kommt eine weitere, schier unendliche Reihe von unpassenden Worten wie akkreditieren, akklamieren, extrahieren und so weiter. Nun ist der Psychiater am Zug.

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