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Versicherung wickelt alle Schäden ab

©APA
In die Massenkollision am Dienstagvormittag auf der Westautobahn sollen nach ersten Informationen bis zu 100 Fahrzeuge verwickelt sein. Nach derartigen Unfällen ist die Verschuldensfrage für die einzelnen Beteiligten meist schwierig zu klären.

Sind mehr als 20 inländische Fahrzeuge involviert und gibt es eine Unfallursache, spricht man in Österreich bei Versicherungen von einer Massenkarambolage. In diesem Fall beauftragt der Versicherungsverband eine Versicherung, die Schadensabwicklung für alle Gesellschaften zu übernehmen, sagte Daniela Ebeert, Sprecherin des Versicherungsverbandes zur APA.

Bei einer derartigen Massenkarambolage wie auf der Westautobahn machen normalerweise Schadenreferenten einer regionalen Versicherung erste Erhebungen an Ort und Stelle und leiten die Informationen an der Versicherungsverband weiter. Danach entscheidet ein Gremium im Verband, ob der “Maßnahmenplan für Massenkarambolagen” in Kraft tritt und beauftragt gegebenenfalls eine österreichische Versicherung mit der Schadensabwicklung für alle beteiligten Gesellschaften. Welche Versicherungsanstalt diesmal zuständig ist, war am Dienstag zu Mittag laut Ebeert noch nicht bekannt.

“Eine Haftpflichtversicherung kommt bei einer Massenkarambolage auf jeden Fall zum Tragen”, erläuterte Allianz-Sprecher Josef Glatzl. Im Schadensfall ist dann die vom Verband beauftragte Versicherungsanstalt für die Klärung der Verschuldensfrage zuständig und regelt die Abwicklung mit der eigenen Versicherung. Ansprüche an die Unfallgegner etwa sind an die mit der Abwicklung beauftragte Versicherung zu richten.

“Das hat für die Unfallbeteiligten den Vorteil, dass sie rascher zu ihrem Recht bzw. zu ihrem Geld kommen”, erklärte Gerhard Bernhard, Schadenleiter der Allianz. Erfahrungsgemäß sind allerdings fast alle Beteiligten in irgendeiner Art und Weise mitverantwortlich und müssen mit einem Eigenanteil rechnen, so Bernhard. Auch laut den ARBÖ-Verkehrsjuristen wird meist ein Mitverschulden von 25 bis 50 Prozent angenommen. “In der Praxis heißt das, dass der Schaden am eigenen Fahrzeug fast immer zu einem großen Teil selbst getragen werden muss”, hieß es in einer Aussendung des Autofahrerclubs.

Am besten fahren Geschädigte mit einer Vollkaskoversicherung: Sie müssen eventuelle Behördenverfahren nicht abwarten, sondern können sich direkt an ihre eigene Versicherung wenden und das Fahrzeug nach der Besichtigung durch einen Sachverständigen sofort reparieren lassen, so Glatzl.

Unfallbeteiligte sollen laut Allianz dennoch alle relevanten Daten des Unfallgegners selbst sammeln und eine genaue Schadenssicherung aus eigener Sicht stellen. Zudem muss der Unfall umgehend an die eigene Autohaftpflichtversicherung und gegebenenfalls an die Kasko- und Rechtsschutzversicherung oder – wenn jemand verletzt wurde – an die Insassen- bzw. Unfallversicherung gemeldet werden.

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