Verschwunden: Wo ist Peng Shuai?

Peng Shuai wird vermisst
Peng Shuai wird vermisst ©AP
Seit Anfang November wird die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai vermisst.

Anfang November hatte die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren chinesischen Vize-Regierungschef Zhang Gaoli erhoben. Seitdem ist die 35-Jährige aus der Öffentlichkeit verschwunden. 

Tenniswelt erschüttert

Der Ruf "Wo ist Peng Shuai?" erschüttert die Tenniswelt - und sorgt auch außerhalb von China für Aufsehen. In den zwei Wochen seit den Vorwürfen der 35-Jährigen wegen eines angeblichen sexuellen Übergriffs durch einen chinesischen Spitzenpolitiker ist die frühere Wimbledon- und French-Open-Doppelsiegerin nicht mehr gesehen worden. Sie gilt als verschwunden. Die Tennis-Vereinigungen sind zutiefst besorgt um ihr Schicksal, genauso ihre Tenniskollegen und -kolleginnen wie Naomi Osaka oder Chris Evert. Alle fordern volle und faire Aufklärung.

Aufklärung wird gefordert

Erst am Sonntag hatte die internationale Damentennis-Organisation WTA Aufklärung gefordert. Man verfolge die jüngsten Ereignisse in China mit großer Sorge, wurde WTA-Chef Steve Simon zitiert. "Peng Shuai und alle Frauen verdienen es, angehört und nicht zensiert zu werden." Die Vorwürfe "einschließlich sexueller Nötigung" müssten mit höchster Ernsthaftigkeit behandelt werden. Ein solches Verhalten müsse in allen Gesellschaften "untersucht, nicht stillschweigend geduldet oder ignoriert" werden. "Frauen in aller Welt finden, dass ihre Stimmen gehört werden, so dass Ungerechtigkeiten korrigiert werden können."

Zverev äußert sich dazu

Auch Alexander Zverev hat sich besorgt über die als vermisst geltende chinesische Tennisspielerin Peng Shuai geäußert. "Ich hoffe, sie wird bald gefunden werden", sagte der 24-jährige Hamburger am Donnerstag bei den ATP Finals in Turin. Man spreche hier nicht über ein Tennismatch oder ein Event. "Wir sprechen über ein Menschenleben, und das ist viel krasser als alles, was wir hier machen", sagte Zverev. Der Fall sei auch ein Thema in den Profikreisen, er habe schon mit anderen Spielern darüber gesprochen.

Die frühere Weltranglisten-Erste im Doppel, Peng Shuai, hatte Anfang des Monats Vorwürfe wegen eines sexuellen Übergriffs durch den chinesischen Spitzenpolitiker Zhang Gaoli (75) veröffentlicht. Seither ist sie nicht mehr gesehen worden.

Konto gelöscht

Heute ist das Weibo-Konto von Peng Shuai nicht mehr verfügbar. Auch kann im chinesischen Internet weder nach ihrem Namen noch nach #MeToo gesucht werden. Die letzten Nachrichten, die trotzdem über den Tennisstar zu finden sind, stammen von 2016. Die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" zitiert jemanden, der früher für ihr Team gearbeitet habe, dass Peng Shuai nicht kontaktiert werden könne.

Peng Shuai zählte über Jahre zu den besten Doppelspielerinnen der Welt. 23 Turniersiege hat sie gefeiert, darunter sind die Titel in Wimbledon 2013 und bei den French Open 2014. Seit Ende Februar des vergangenen Jahres hat sie nicht mehr auf der Tour gespielt.

ATP "tief besorgt"

Auch die Profiorganisation der Männer, die ATP, zeigte sich "tief besorgt". In einer Mitteilung vom ATP-Vorsitzenden Andrea Gaudenzi hieß es dann aber auch vage: "Wir sind ermutigt über jüngste Versicherungen, die die WTA erhalten hat, dass sie sicher und ihr Verbleib geklärt ist - und werden die Lage weiter eng beobachten." Von Seiten der WTA gab es hingegen keine Aussage dazu, wo Peng Shuai angeblich verblieben sein soll. "Es ist schockierend, dass sie vermisst wird", sagte Topstar Novak Djokovic.

(dpa)

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