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"Verpfeifen" Ländle-Zöllner Schweizer Einkaufstouristen systematisch?

Ländle-Zöllner besonders streng?
Ländle-Zöllner besonders streng? ©VOL.AT/Hartinger
Dem Euro-Kurs sei es "gedankt": Derzeit shoppen sich Schweizer Einkaufstouristen durchs Ländle. Doch wie Schweizer Medien nun berichten, folgt auf so manche Einkaufstour ein böses Erwachen. Denn der Schweizer Zoll erwischt immer mehr private Schmuggler - dank österreichischer Kollegen.

Die Schweizer wissen Vorarlberg als “Einkaufsland” zu schätzen: Sie wollen vom günstigen Euro profitieren, und gleichzeitig Mehrwertsteuer sparen. Interessant ist hierbei der “Freibetrag”: Jede Person darf dabei pro Tag Waren bis 300 Franken steuerfrei in die Schweiz einführen. Wer allerdings darüber liegt, muss auf den vollen Betrag Schweizer Mehrwertsteuer abliefern. “blick.ch” berichtet etwa von Martina D. (Name von der Red. geändert), welche im Februar in Bregenz Sportjacken und -schuhe im Wert von 1.500 Euro gekauft hat. Eigentlich ein schönes Sümmchen, aber in der Schweiz hätte sie um einiges mehr berappen müssen – ein Schnäppchen also. Verzollt hat sie die Ware bei der Rückfahrt in die Schweiz allerdings nicht. Denn was Martina und viele Einkaufstouristen nicht wissen: Österreichische und auch deutsche Zöllner melden Schweizer Kollegen, wenn sie Beträge über 300 Franken für die Ausfuhr in die Schweiz abstempeln lassen.

Teure “Schnäppchen”

So flatterte zwei Monate nach dem Einkaufstrip ein Schreiben des Ostschweizer Grenzwachtkorps III ins Haus. Ein Grenzwächter schrieb darin, er sei von Austro-Kollegen über ihren Einkauf informiert worden. Die Ware hätte angemeldet werden müssen. Martina argumentierte, es seien fünf Personen im Auto gesessen. Doch Freibeträge können nicht kumuliert werden. Produkte, die über 300 Franken kosten, müssen auf alle Fälle versteuert werden, wie “blick.ch” ausführt. Zur regulären Mehrwertsteuer muss Martina nun eine Buße in der doppelten Höhe bezahlen – insgesamt 370 Franken.

Österreicher gelten als besonders penibel

Die Meldungen der österreichischen und deutschen Kollegen machen sich für die Schweiz jedenfalls bezahlt, denn immer weniger Schweizer verzollen ihre Waren korrekt. 2014 konnten so 3,7 Millionen Franken eingenommen werden. Möglich macht das Ganze ein Zollabkommen zwischen der Schweiz und der EU. Dabei sollen die Österreicher besonders penibel vorgehen. Selbst Anrufe seien keine Seltenheit – ein Verdacht genügt. Eine systematische Meldung aller Schweizer, die mehr als 300 Franken abstempeln, würde das Abkommen aber sprengen. Deshalb will sich bisher auch keine offizielle Stelle so richtig festlegen.

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