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Vermisste Wienerin tot: Motiv Streitigkeiten um Religion

Die Suche nach der seit etwa Mitte Mai aus Wien-Leopoldstadt abgängigen 56-jährigen Ruth S. hat ein Ende: Der Lebensgefährte der Frau gestand, im Zuge eines Streits seine Partnerin mit einem Küchenmesser ermordet zu haben.

Danach legte er die Leiche in die Badewanne – als er den Verwesungsgeruch nicht mehr aushielt, zerteilte er die Tote und warf sie in den Müllcontainer, berichtete die Bundespolizeidirektion am Montag.

Der Lebensgefährte hatte am 25. Mai eine Abgängigkeitsanzeige erstattet. Er hatte gegenüber der Polizei angegeben, die Pensionistin sei seit rund drei Wochen abgängig. Im Zuge der Ermittlungen geriet allerdings der Mann unter Tatverdacht.

Als Motiv für den Mord nannte der offenbar psychisch kranke Lebensgefährte des Opfers Streitigkeiten wegen seiner Religion: Der 38-Jährige gab gegenüber der Polizei an, Hare Krishna-Anhänger zu sein. Die Tote soll schon länger über seinen Glauben gelästert und den Verdächtigen erniedrigt haben sowie unmittelbar vor dem Mord gedroht haben, seine Hare Krishna-Statuen aus der Wohnung zu werfen, berichtete Chefinspektor Othmar Hanny Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Ost, im APA-Gespräch.

Da stach der 38-Jährige mit einem Küchenmesser zu: Laut seinem Geständnis soll er der Frau zuerst im Vorzimmer einen Stich in die Brust versetzt haben. Diese schleppte sich danach noch zu einem Lehnstuhl, wo er weitere Male zugestochen haben soll. Er legte die Leiche für zwei bis drei Tage in die Badewanne, dann versuchte er sie mit verschiedenen, in der Wohnung befindlichen Sägen zu zerteilen. Als dies nicht gelang, sei er in die Eisenhandlung gegangen und habe dafür einen Fuchsschwanz gekauft, erklärte Hanny. In der Nacht warf er dann die Leichenteile in den Restmüllcontainer des Wohnhauses und bedeckte sie mit anderem Mist.

Der Mann war in Verdacht geraten, nachdem Bekannte im Zuge der Suche nach dem 56-jährigen Opfer ausgesagt hatten, dass der 38-Jährige sehr aggressiv und in psychologischer Behandlung sei. Auch war der mutmaßliche Täter vorübergehend verschwunden – er hatte sich einige Tage in der Wohnung der Toten versteckt, während die Ermittler das Puzzle rund um die Abgängige Stück für Stück zusammensetzten. Als der Mann schließlich wieder “auftauchte”, antwortete er auf Fragen der Exekutive nur “wirres Zeug” und gab u. a. an, die 56-Jährige nicht zu kennen, berichtete der Chefinspektor.

Daraufhin wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt: Dabei entdeckten die Beamten kleine Blutspuren. Auch zwei Leichensuchhunde schlugen im Wohnzimmer der Toten an. Als man den Fußboden aufriss, stieß man auf größere Blutlachen. Das Blut sowie Gewebefunde an vier Sägen stimmte mit der DNA des Opfers ein. Der Mann wurde am 27. Mai festgenommen. Noch gegenüber der Untersuchungsrichterin zeigte er sich verwirrt, bis er schließlich bei einer weiteren Einvernahme gegenüber den Ermittlern ein volles Geständnis ablegte. 

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