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Verlassenes französisches Dorf kommt unter den Hammer

Gemeindevertreter hofft auf potenzielle Käufer "aus aller Welt".
Gemeindevertreter hofft auf potenzielle Käufer "aus aller Welt". ©GoogleMaps
Bernard Guilhem reibt sich die Hände. Am Montag soll das winzige Dorf Courbefy in Westfrankreich versteigert werden - und der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Saint-Nicolas-Courbefy rechnet mit potenziellen Käufern "aus aller Welt".

Er habe zahlreiche Anfragen bekommen, aus den USA, dem Mittleren Osten, Asien, Belgien, der Schweiz und natürlich aus Frankreich, sagt Guilhem, der sich seit Wochen vor allem als Immobilienmakler betätigt.

Verlassen seit 2008

Einige der Investoren in spe seien sogar mit ihren Privatjets angereist, um das im Süden des Zentralmassivs unweit von Limoges gelegene Dörfchen, in dem seit 2008 kein Mensch mehr lebt, zu begutachten, versichert Guilhem. Manche hätten sich nach Möglichkeiten erkundigt, in der Nähe von Courbefy eine Landepiste zu bauen. “Wir erleben gerade ein Märchen”, schwärmt Guilhem. Der Vize-Bürgermeister kann sich derzeit vor Interview-Anfragen kaum retten – sogar der US-Sender CNN und der britische Sender SkyNews seien bei ihm vorstellig gewesen, erzählt er.

Kein Käufer bei erster Versteigerung

Die Freude des Gemeindevertreters ist umso größer, da ein erster Anlauf am 20. Februar im Sande verlief. Damals wurde das Dorf bei einer Versteigerung für 300.000 Euro angeboten – aber es fand sich kein Käufer. Umso größer war das Echo in den Medien, und das nicht nur in Frankreich. “Auf einmal bekamen wir jede Menge Anfragen”, sagt Anwalt Paul Gerardin, der die Gläubigerbank “Credit Agricole” vertritt. Er hat nach eigenem Bekunden an mehr als 150 Interessenten die Verkaufsunterlagen geschickt.

Künstler bot 330.000 Euro

Anfang März flatterte dem Anwalt schließlich ein konkretes Angebot auf den Tisch – von der New Yorker Firma AHAE Press inc. Deren Eigentümer ist der aus Korea stammende Landschaftsfotograf Ahae Jeong, dessen Ausstellung “Through my Window” ab dem 26. Juni im Pariser Louvre gezeigt werden soll. Der Künstler bot einen Aufschlag von zehn Prozent auf den ersten Preis – also 330.000 Euro. Dies war nach französischem Gesetz die Voraussetzung dafür, dass nun eine zweite Versteigerung stattfinden kann.

Angesichts des großen Interesses hofft Gerardin, dass der Angebotspreis von 330.000 Euro deutlich überboten wird. Zumal der letzte Besitzer, der den Weiler 2003 gekauft hatte und ihm zu einem Urlauber-Paradies umbauen wollte, der Gläubigerbank 650.000 Euro schuldet.

Potentielle Käufer planen bereits

Auch Gemeindevertreter Guilhem ist zuversichtlich, dass es diesmal klappt. Projekte gibt es ihm zufolge genug: Einige der potenziellen Investoren wollen aus dem malerisch in 557 Metern Höhe gelegenen Weiler, der einen beeindruckenden Rundumblick über mehr als hundert Kilometer bietet, eine Ferienanlage machen. Andere planen ein Zentrum für Behinderte oder eine Seniorenresidenz.

Interesse haben auch Gruppen von Privatleuten angemeldet, die die alten Steinhäuser zu Ferienhäusern umwandeln wollen. Wer auch immer am Montag den Zuschlag bekomme, eines sei schon jetzt klar, freut sich Guilhem: “In Courbefy wird endlich wieder Leben einziehen.”

(APA)

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