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Verkehrsunfälle 2007 dramatisch gestiegen

Österreich - Dramatische Anstiege bei Verkehrstoten und Motorradunfällen vermeldeten am Dienstag der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und die Generali Versicherung.

Demnach gab es im ersten Quartal 2007 knapp ein Viertel mehr Tote bei Pkw-Unfällen, nämlich 87. Sogar um 75 Prozent ist die Zahl der Schadensfälle bei Motorrad-Crashs gestiegen. Experten führen diese Negativentwicklung auf den milden Winter zurück. Das Schönwetter dürfte die Lenker offenbar zu leichtsinnigerem Fahren verleitet haben.

„Das schöne Wetter gibt ein trügerisches Sicherheitsgefühl. Viele fahren dann schneller als erlaubt bzw. für die Verkehrssicherheit gut ist. Bei schlechtem Wetter nimmt die Zahl tödlicher Unfälle ab, weil vorsichtiger und langsamer gefahren wird. Damit die Verkehrssicherheit auch bei Sonnenschein hoch ist, braucht es in Österreich niedrigere Tempolimits“, betonte Martin Blum vom VCÖ.

Die Unfallbilanz des ersten Quartals zeigt, dass in den ersten drei Monaten 123 Personen bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückt sind, um 21 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der VCÖ warnte deshalb in einer Aussendung, dass Österreich seine Verkehrssicherheitsziele deutlich zu verfehlen drohe. Denn eigentlich sollte die Zahl der tödlich Verunglückten um mindestens acht Prozent sinken, im Regierungsprogramm sei als Ziel „Vision Zero – kein Verkehrstoter“ verankert. “Österreich steuert auf eine katastrophale Unfallbilanz zu. Es braucht dringend ein wirksames Verkehrssicherheitspaket“, so Blum.

Auch bei den Zweiradfahrern ist laut Generali ein Besorgnis erregendes Ansteigen von Schadensfällen in der Motorradversicherung. Die Anzahl der Schadensfälle hat sich in den ersten vier Monaten des Jahres 2007 um fast 75 Prozent erhöht, die Höhe der Schadenszahlungen sogar um 86 Prozent. Die Schadenszahlungen haben seit Jänner (mit 1,2 Mio. Euro für rund 700 Schadensfälle) die Ein-Millionen-Euro-Schwelle bereits deutlich überschritten. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es erst 630.000 Euro für knapp 400 Schadensfälle.

Generali-Vorstand Walter Kupec nennt als Hauptursache für diese ungewöhnliche Steigerung das schöne Wetter der vergangenen Wochen und die entfallene „Winterpause“ der Biker: „Die Witterung hat offenbar zu deutlich mehr Ausfahrten mit Motorrädern geführt, und das herrliche Wetter dürfte zusätzlich zu riskanterem Fahrverhalten animiert haben.“

Bestätigt hat diese Entwicklung auch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Allein die Hälfte aller Motorradunfälle seien so genannte Alleinunfälle, also ohne Beteiligung anderer Fahrzeuge. Ursache dabei war fast jedes Mal viel zu hohe Geschwindigkeit. Eine diesbezügliche Erweiterung des Vormerksystems forderte Othmar Tann, Direktor des KfV. „Derzeit ist es ja im Bereich Geschwindigkeit völlig zahnlos.“ Tann tritt auch für ein intensiveres Training ein: „Wir müssen beim Können ansetzen, um das Verhalten der Lenker auch bei Schönwetter positiv zu beeinflussen.“

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