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Verhandlungen um Metaller-KV gehen mit Diskussion um "KV 4.0" weiter

Die Arbeitnehmer lassen sich den von den Arbeitgebern gewünschten "KV 4.0" erklären.
Die Arbeitnehmer lassen sich den von den Arbeitgebern gewünschten "KV 4.0" erklären. ©APA/ROBERT JAEGER
Heute gehen die KV-Verhandlungen der Metaller mit einer Diskussion um den "KV 4.0" in die nächste Runde. Arbeitnehmervertreter fordern dabei weiterhin fünf Prozent mehr Löhne bzw. Gehälter.
Weiter kein Ergebnis
Metaller wollen 5% mehr Lohn

Die KV-Verhandlungen der Metaller gehen am Dienstag weiter. Bisher gab es keine Annäherung. Die Arbeitnehmervertreter fordern fünf Prozent mehr Löhne bzw. Gehälter und haben eine Reihe weiterer Forderungen, die die neuen gesetzlichen Arbeitszeitregeln – Stichwort: 12-Stundentag und 60-Stundenwoche – ausgleichen sollen. Die Arbeitgeber sehen ein “inakzeptables Forderungspaket”.

Bisher keine Annäherung bei Verhandlungen um Metaller-KV

Die Arbeitgebervertreter, aus deren Sicht die Datenbasis für die Verhandlungen immer noch nicht außer Streit steht, hätten gerne einen mehrjährigen “mindestens zwei-, besser dreijährigen” Abschluss und plädieren für einen “KV 4.0” in dessen Rahmen der bisherige Kollektivvertrag “ausgemistet” werden soll. Auch soll es künftig nur mehr einen KV für Arbeiter und Angestellte – einen “Beschäftigten-KV” – geben, da die beiden Gruppen gesetzlich ja bereits gleichgestellt worden seien. Das stärke die Beschäftigten und senke den Verwaltungsaufwand der Firmen, so der Sprecher der Arbeitgeberverhandler, Christian Knill am Montag auf APA-Anfrage. Es gehe um eine Arbeitsgruppe, die in den kommenden zwei Jahren die Grundlage für einen Beschäftigten-KV erarbeiten solle.

Einen längerfristigen KV haben die Arbeitnehmervertreter in Person eines ihrer Chefverhandler, Karl Dürtscher von der GPA-djp, aber erst am vergangenen Freitag ausgeschlossen. “Das kommt für uns nicht infrage. Das widerspricht auch einer sonst so gewünschten Flexibilität”, sagte Dürtscher zur APA. Man werde sich am Dienstag aber den “KV 4.0” erläutern lassen.

Arbeitnehmer lassen sich gewünschten “KV 4.0” erläutern

Knill erläuterte, dass das “Beschäftigten-KV”-Thema auf die Arbeitgeber auch das Thema eines einheitlichen Betriebsrates als Ansprechpartner für alle Beschäftigten und das Management umfasse. Das störe die Gewerkschaften, für die Arbeitnehmer sei es “egal, ob ihr Betriebsrat der PRO-GE oder der GPA-djp angehört”. Die Forderungsliste der Arbeitnehmer zur Arbeitszeit bezeichnete er einmal mehr als “völlig überschießend und nicht begründbar”, wie dies auch bei der prozentuellen Forderung zu den Lohn- und Gehaltserhöhungen der Fall sei.

“Unsere Forderungen nach einem KV 4.0 bleiben aufrecht. Morgen möchten wir diese im Detail diskutieren”, bekräftigte Knill heute. “Die Abwehrhaltung der Gewerkschaften dazu können wir nicht nachvollziehen.” Man stehe dazu die Themen gemeinsam anzugehen und nicht einseitig. Ohne Veränderungen sei kein Fortschritt möglich.

“Branche ist finanzkräftig und ertragsstark”

Einmal mehr verwies der Arbeitgebervertreter auch auf zurückgenommene Prognosen zum Wirtschaftswachstum für heuer und kommendes Jahr. Noch relevanter sei aber der Rückgang bei der Produktivität, die heuer überhaupt nur mehr um 0,7 Prozent ansteige. Bisher erwartet wurden 1,4 Prozent. Oft betonten die Arbeitgeber auch, dass man im KV-Abschluss auch Rücksicht auf jene 25 Prozent der Betriebe nehmen müsse, die Verluste schrieben.

Auch das sehen die Arbeitnehmervertreter anders: “Die Branche ist finanzkräftig und ertragsstark”, sagte Heinz Leitsmüller, Leiter der Abteilung Betriebswirtschaft der AK-Wien laut einem “Standard”-Bericht vom Montag. Die “hervorragende Eigenkapitalausstattung” belaufe sich im Durchschnitt der Betriebe der Metallindustrie auf 39 Prozent, sagte er zur Warnung der Arbeitgeberseite, dass ein Viertel der Betriebe Verluste schreibe und man daher die Branche mit einem zu hohen Abschluss nicht überbelasten dürfe.

(APA/Red)

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