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Verein im Fokus - Von der Lust am Theater

theaterverein Bizau
theaterverein Bizau
Der Theaterverein Bizau veranstaltet wieder eine Theaternacht.

Die Gründung des Theatervereins Bizau, dieser ältesten Laienspielbühne Vorarlbergs, reicht weit ins vorletzte Jahrhundert zurück. Wandergesellen aus Deutschland hatten bei den Jugendlichen des Dorfes die Lust am Theaterspiel geweckt.

Gebhard Wölfle

Eine Gruppe um Gebhard Wölfle widmete sich mit immer größerer Begeisterung dieser zu damaligen Zeiten nicht gerne gesehenen Freizeitbeschäftigung. Immer wieder wurden Theateraufführungen von der Obrigkeit abgelehnt. Die Aufführung von „Schillers Räuber“ im Jahre 1887 soll sogar eine vorarbergweite Hetze in den Zeitungen verursacht haben. Gebhard Wölfle schildert in seiner handgeschriebenen und in Mundart abgefassten Chronik die Anfangsschwierigkeiten des Vereins. (1864-1871). Bemerkenswert ist aber, dass das Theaterspiel in Bizau immer wieder Kraft zu einem Neubeginn fand. Bis auf die Unterbrechung zwischen den beiden Weltkriegen wird bis heute in Bizau Theater gespielt.

 Neuzeit

Der Theaterverein Bizau hat sich den Veränderungen der Zeit immer wieder angepasst und gemäß Wölfles Leitspruch: „Meor ehrod das Olt, und grüßad das Nü …“, neue Akzente gesetzt. So wurden zu Beginn der 50- und 60iger Jahre Uraufführungen von Natalie Beer aufgeführt, später beschränkte man sich auf ernste Volksstücke und humorvolle Darbietungen, jedoch ohne vordergründigen Klamauk. Volksstücke zeitgenössischer Autoren wurden in Bregenzerwälder Mundart umgeschrieben und somit ein Bezug zur Heimatgeschichte hergestellt („Der Gwissenswurm“ – Ludwig Anzengruber, 1985; „Der Alpenkönig und Menschenfeind“ – F. Raimund, 1988; „Erde“ – Karl Schönherr, 1989).

Kulturelle Stuktur

Ein großes Fest war das 125-Jahr-Jubiläum im Jahre 1991 mit einer großen Ausstellung und der Aufführung von Karl Schönherrs „Glaube und Heimat“. Mit dem Autor Autor Felix verbindet der Verein eine freundschaftliche Zusammenarbeit und die Aufführung seiner Werke „Kein Platz für Idioten“ (1994), „Munde“ (1996) und „Die Wilde Frau“ (2007)wurden mit großem Engagement zur Aufführung gebracht. „Es ist faszinierend, ein neues Stück von der gedanklichen Entstehung beim Durchlesen bis zur Aufführung auf der Bühne zu begleiten, mitgestalten und mit verantworten zu können“, sagt Theaterleiter Jürgen Metzler.

„Der Theaterverein prägt die kulturelle Struktur unseres Dorfes. Diese gilt es zu erhalten und weiter zu entwickeln“, so Metzler.

 „Zwölfeläuten“

Ein großer Erfolg war die Produktion im Jahr 2005 „Von Mäusen und Menschen“ von John Steinbeck. Mit der letztjährigen Aufführung „Zwölfeläuten“ von Heinz R. Unger brachte der Theaterverein Bizau ein Stück Zeitgeschichte des Bregenzerwaldes auf die Bühne und regte zu Diskussionen an. „Wir haben in den letzten Jahren begonnen, das Weihnachtspiel für Erwachsene zu beleben“, sagt Metzler. „Daneben pflegen wir das Liedgut, die Gedichte und Schwänke unseres Theatergründers und Heimatdichters Gebhard Wölfle“. AK

 Theaternacht 2010

„Schlaf ist Unhöflichkeit gegenüber der Nacht.“ Unter diesem Motto wird gemeinsam mit dem Landesverband für Amateurtheater nach fünfjähriger Pause in der Nacht vom 6. zum 7. November 2010 in Bizau wieder eine Theaternacht veranstaltet. Neben dem Gebhard-Wölfle-Saal wird wieder an mehreren Plätzen im Ort von 7 Uhr abends bis 7 Uhr morgens durchgehend Theater gespielt. Präsentieren werden sich die verschiedensten Amateurtheatergruppen des Landes und des benachbarten Auslandes. Auf dem Plan stehen aber laut Jürgen Metzler auch ganz neue Aktivitäten. Als roter Faden soll sich das Thema „Tanz“ durch das Programm ziehen. Aber auch der gesellschaftliche Teil wird wie immer nicht zu kurz kommen. im benachbarten Hotel Schwanen gibt es die ganze Nacht die Möglichkeit, mit Laienspielern, Profis und Zuschauern zu plaudern. Auch für Verpflegung ist gesorgt. Und zum krönenden Abschluss wird das Sägewerk Metzler wieder seine Tore zum gemeinsamen Frühstück mit Überraschung öffnen. AK

 

Warum sind Sie beim Theater?

Jürgen Metzler, Obmann:

Was mich am Theaterverein besonders gefällt, ist das Kreative, Schöpferische, Gestalterische.

Es ist einfach schön, wenn der Phantasie, den Ideen keine Grenzen gesetzt sind.

Katharina Zwischenbrugger, Theaterspielerin:

Vor mehr als 50 Jahren spielte bereits mein Säle im Bizauer Theater. Für mich ist es daher etwas Besonderes, diese Familientradition fortzuführen und somit Teil des kulturellen Lebens im Dorf zu sein.

Alfons Rüscher, Theaterspieler:

Das Theaterspielen tut mir gut, weil ich das Leben in all seinen Aspekten erleben kann. Der Mensch braucht kulturelle Betätigung. Es erweitert mein Leben – und wenn dann der Funke zum Zuschauer hinüberspringt, dann ist das für mich eine große Bestätigung.

Zahlen:

Gründung: 1864

Pause Theaternacht: 5 Jahre

Länge Theaternacht: 12 Stunden

Datum Theaternacht: 6. 11. 2010

Frühstück: 7 Uhr

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