Verbücherungen: Drei von vier Ländle-Bezirken boomen

Drei von vier Bezirken in Vorarlberg boomen.
Drei von vier Bezirken in Vorarlberg boomen. ©Steurer
Der Vorarlberger Immobilienmarkt entwickelt sich weiter positiv. Mit 3.461 Eigentumsübertragungen verzeichneten die Vorarlberger Grundbücher im ersten Halbjahr 2020 um 327 Aktivitäten (+10,4 %) mehr als zuletzt und sogar um +6,7 % mehr als im bisherigen Rekordjahr 2016.

Der Gegenwert der Verbücherungen übertraf den RE/MAX Experten zufolge somit zum zweiten Mal in Folge bereits im Halbjahr die Milliardengrenze. Mit 1,08 Mrd. Euro lag der Wert um +6,1 % über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Drei der vier Bezirke boomen

Drei Vorarlberger Bezirke legen kräftig zu und erklimmen bisher anzahl- wie wertmäßig bisher unerreichte Werte: Bregenz um +18,0 % auf 1.270 Verbücherungen, Dornbirn um +19,0 % auf 722 und Bludenz um +16,1 % auf 599. Einzig Feldkirch bleibt mit 820 Eigentumsübertragungen um -8,2 % hinter dem Ausnahmejahr 2019 zurück.

Bei den Transfersummen liegt der Bezirk Bregenz vorn, erstmals mit über 400 Mio. Euro Kaufsumme: 402 Mio. Euro sind ein Plus von 6,1 %. Der Bezirk Feldkirch folgt mit 265 Mio. Euro (-7,0 %), dahinter die Bezirke Dornbirn mit 237 Mio. Euro (+0,7 %) und Bludenz mit 173 Mio. Euro (+14,1 %).

Vorarlberger Immobilien-Großobjekt unter den Top-Drei bundesweit

In Bregenz wurde im ersten Halbjahr 2020 die teuerste Vorarlberger Immobilie verbüchert: Ein Betriebsgebäude-Komplex mit bekanntem Namen um über 72 Mio. Euro – mit ein Grund, warum der Bezirk Bregenz wertmäßig so stark dasteht. Immerhin findet sich das Objekt in der nationalen Ranking-Liste auf Platz drei. Auf Rang 25 derselben Liste folgt ein Hotel in Lech um 15,5 Mio. Euro. Eine Liegenschaft im Bezirk Bludenz wechselte als Vorarlberger Nummer drei um 9,5 Mio. Euro die Eigentümer und ein Bürogebäude im Bezirk Feldkirch um 9,2 Mio. Euro. Ein Grundstück im Bezirk Bregenz mit über 10.000 m² war den Käufern 6,6 Mio. Euro wert.

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Österreichweit wenig Corona-Auswirkungen

In den amtlichen Grundbüchern zeigen sich noch wenig Corona-Auswirkungen. Die Zahl der Immobilienverkäufe legte heuer im ersten Halbjahr gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 4,9 Prozent zu; das Transaktionsvolumen blieb mit 16,4 Mrd. Euro unverändert, auch wenn die Anzahl der Transaktionen bundesweit um rund 3.100 gewachsen ist, wie der Maklerverbund Remax am Mittwoch bekanntgab.

Daraus zu schließen, dass Immobilien generell billiger geworden seien, "ist falsch", betonte Remax-Österreich-Manager Anton Nenning. "Vielmehr ist die Anzahl der quasi kleinen Transaktionen gestiegen." So hätten sich in den vergangenen fünf Jahren die Verbücherungen von Parkplätzen beinahe versechsfacht. Aber auch Hausanteilsverkäufe haben laut Nenning fast um das Fünffache zugelegt, während Schwergewichte, wie zum Beispiel die Verkäufe von Zinshäusern und Zinshausanteilen, um ein Drittel eingebrochen sind. Generell sei ein massiver Rückgang bei Betriebsgebäuden und anderen Großinvestitionen festzustellen.

Die tatsächlichen Auswirkungen von Covid-19 würden erst die Auswertungen für das Gesamtjahr zeigen. "Entscheidend für die Marktentwicklung in den nächsten Monaten wird die Kreditvergabe der Banken an Privatpersonen sein." Immobilien seien aber sowohl bei Eigennutzern als auch Anlegern weiterhin hoch im Kurs, daran werde sich auch nicht so rasch etwas ändern.

"Extrem starker Start" im Jänner

Nach einem "extrem starken Start" im Jänner und einem "überraschend guten" Februar folgte der schwächste Monat März - mit dem behördlich verfügten Shutdown zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ab Mitte des Monats kam auch der Immobilienmarkt kurzzeitig zum Stillstand.

In Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg lagen die Verkäufe heuer zwischen Jänner und Juni dennoch vorerst sogar über der Vergleichsperiode im Rekordjahr 2018. Der Wert der in der Steiermark gehandelten Immobilien erreichte - nach einer Explosion im Vorjahr - wieder das Niveau von vor zwei Jahren. Am höchsten war die prozentuelle Steigerung in Oberösterreich und in Salzburg.

Die meisten Transaktionen gab es heuer im ersten Corona-Halbjahr in Niederösterreich vor Wien und Steiermark. Wertmäßig führt allerdings die Bundeshauptstadt mit mehr Umsatz als die beiden nachfolgenden Bundesländer Niederösterreich und Oberösterreich zusammen. Die Steiermark rangierte dahinter auf Platz vier. Der teuerste Immo-Verkauf des ersten Halbjahres ging in Salzburg über die Bühne - dort wechselte ein Bürogebäude um 89 Mio. Euro den Eigentümer.

Salzburg und Oberösterreich befeuerten Immobilienmarkt

Den Immobilienmarkt regelrecht "befeuert" hätten heuer in den ersten sechs Monaten die Bundesländer Salzburg und Oberösterreich: Von den 3.131 Verkäufen, die 2020 mehr als 2019 verbüchert wurden, lagen 37,3 Prozent in Salzburg (1.169) und 26,4 Prozent in Oberösterreich (826). Damit hätten stemmten sie mengenmäßig fast zwei Drittel des österreichischen Gesamtwachstums.

Wien verzeichnete 732 Mehrverkäufe, Vorarlberg 327, die Steiermark 162, Kärnten und Niederösterreich jeweils 136 und Tirol 73. Im Burgenland hingegen kam es zu 430 Immobilienverbücherungen weniger als im Vorjahreszeitraum.

Steiermark dämpfte Verkaufsumsätze

Die Immo-Verkaufsumsätze "gedämpft" habe die Steiermark: Nach dem Rekordwert von 2019 mit 2,24 Mrd. Euro habe sich das Bundesland mit einem Volumen von 1,87 Mrd. Euro etwas über dem Umsatz von 2018 eingependelt: Die fehlenden 369 Mio. Euro drückten schwer auf das Bundesergebnis, resümierte Remax. Da fielen die fehlenden 35 Mio. Euro in Wien und die 18 Mio. Euro im Burgenland kaum ins Gewicht. Bei den Verkaufsvolumina am meisten zulegen konnten die Bundesländer Oberösterreich (plus 170 Mio. Euro), Salzburg (plus 115 Mio. Euro) und Vorarlberg (plus 62 Mio. Euro).

(Red.)


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