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"Verbieten, was der Hausverstand nicht versteht"

Bregenz - Wie relevant ist das am Montag von der Bundesregierung geschnürte, 100 Mrd. Euro schwere "Bankenpaket" aus Ländle-Perspektive?

„Es ist grundsätzlich zu begrüßen, dass ab sofort auch der österreichischen Geldwirtschaft Hilfsinstrumente zur Verfügung stehen, sollte Hilfe für eine oder mehrere Banken erforderlich werden. Auf Basis meines heutigen Informationsstandes glaube ich jedoch nicht, dass dieses Hilfsprogramm von Vorarlberger Instituten abgerufen werden muss.“

Diese Einschätzung formulierte der Obmann der Wirtschaftskammer-Finanzsparte, Hypo-Vorstandschef Dr. Jodok Simma, auf unsere Frage, wie relevant das am Montag von der Bundesregierung geschnürte, 100 Mrd. Euro schwere „Bankenpaket“ aus Ländle-Perspektive ist. Um dann doch einen Vorbehalt neben diese Einschätzung zu stellen: „Die Banken im Bundesland, ihr eigenes Geschäft, sind gewiss gesund aufgestellt. Sie selbst sollten also kein Problem kriegen, könnten aber prinzipiell von den Spitzeninstituten des jeweiligen Sektors in Wien Probleme aufgebürdet bekommen – die sind teilweise mit gewaltig viel Kapital weit außerhalb Österreichs engagiert, und niemand kann heute seriös bewerten, wieviel von dort her als Folge der Finanzkrise schlagend werden könnte“, verwies Simma z. B. auf Ungarn, das schon den IWF um Hilfe rief, Polen und andere zuletzt vermeldete Sorgenkinder.

Dass für Unterstützungsmaßnahmen von betreffenden Instituten „marktkonforme Preise“ zu bezahlen sind, findet Simma „doppelt gerechtfertigt: Einmal aus Gründen der Wettbewerbs-Fairness, ein ander Mal aus ,Anstand’ dem dafür aufkommenden Steuerzahler gegenüber“.

Dass mit den 85 Mrd. Euro schweren Staatsgarantien wieder so etwas wie Entkrampfung ins Business der Banken untereinander Einzug halten kann, wird auch der Hypo selbst konkret nützen. Simma: „Wir haben unseren Rahmen bei der EZB, der uns aufgrund unseres Top-Ratings zusteht, bei weitem nicht ausgereizt – einfach weil wir nicht wussten, an wen wir das Geld gefahrlos verleihen könnten. Jetzt werden wir über 1 Mrd. Euro bei der EZB abrufen, sie auf Basis dieser Staatshaftung an österreichische Banken ausleihen und dabei gut verdienen.“

Dass spekulative „Leerverkäufe“, also der Verkauf von Aktien, die man gar nicht besitzt, in Hinkunft verboten sein sollen, findet der Hypo-Chef nur „überfällig“. Überhaupt sollten ihm zufolge „alle komplizierten Produkte (vor allem solche mit Hebeleffekten), die ich mit dem gesunden Hausverstand nicht durchschaue, rigoros verboten werden. Es war bei weitem nicht alles, was spektakulär klang und innovativ anmutete, auch wirklich von Nutzen – wenn das nunmehrige Bankenpaket insofern zu einer Normalisierung beisteuert, als das Finanzsystem als ganzes wieder nachvollziehbarer, konservativer als bisher wird, ziehen alle Beteiligten nur Vorteile daraus“, betonte der heimische Spitzenbanker.

Dass, last not least, der Staat vorerst auf fünf Jahre für Spareinlagen von Privatpersonen ohne Einschränkung garantiert, findet ebenso wenig überraschend Simmas volle Zustimmung. Denn nicht nur das auch in Vorarlberg ausverkaufte Gold sei Indiz gewesen, dass die Sparer dem System zu misstrauen begannen. „Da war Beruhigung und Vertrauensbildung ein Muss.“

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