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Venezuela: Blutige Unruhen nach Chavez-Sieg

Nach dem Sieg des Präsidenten Chavez beim Referendum ist es in Caracas zu blutigen Unruhen gekommen. Sieben Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, als mutmaßliche Chavez-Anhänger das Feuer auf Regierungsgegner eröffneten.

Unter den Verletzten war auch ein Abgeordneter der Opposition. Chavez hat unterdessen die bürgerliche Opposition zur Zusammenarbeit aufgerufen. Chavez verurteilte die Gewalt, erklärte jedoch, es würde ihn nicht wundern, wenn es sich bei den Angreifern, die Poster mit seinem Konterfei schwenkten, in Wahrheit um Unruhestifter aus den Reihen der Opposition gehandelt hätte. In einer Pressekonferenz rief er alle Venezolaner zu „Einigkeit, Verständnis und Toleranz” auf. Seine Gegner sollten das Gesprächsangebot annehmen und an den Sozialreformen zu Gunsten der Armen mitwirken, sagte der Präsident.

Chavez präsentierte sich nach dem Referendum in der überwiegend ruhigen Hauptstadt Caracas als strahlender, aber versöhnlicher Sieger. Regierung und Opposition müssten ihrer Verantwortung gerecht werden und die sozialen Reformen im Land vorantreiben, erklärte er. „Wir haben eine neue Phase eingeleitet, um dieses Projekt zu vertiefen.” Venezuela habe sich für immer verändert.

Chavez ist vor allem bei den armen Leuten beliebt. Er hat Geld, das das Land durch Ölverkäufe erwirtschaftet hat, in Wohn- und Ausbildungsprojekte sowie Gesundheitsprogramme für die arme Bevölkerungsmehrheit investiert. Das OPEC-Mitglied Venezuela ist der fünftgrößte Erdöl-Exporteur der Welt und verfügt über die größten Ölreserven außerhalb des Nahen Ostens.

Die Opposition wirft dem Präsidenten indessen vor, das Land in den wirtschaftlichen Ruin zu treiben und einen kommunistischen Staat nach dem Vorbild Kubas schaffen zu wollen. Zudem soll bei dem Referendum an den Wahl-Computern zum Vorteil von Chavez manipuliert worden sein. Der frühere US-Präsident Carter und sein Beobachterteam erklärten hingegen, Chavez habe die Abstimmung auf faire Weise gewonnen. US-Vertreter forderten die Opposition auf, das Resultat entweder zu akzeptieren oder Beweise für Manipulationen vorzulegen.

„Wir sind froh, diese Stellungnahmen zu hören”, sagte Chavez noch am Montag. „Lasst uns hoffen, dass sie (die USA) dies nun zum Start einer neuen Phase nutzen und sich unsere politischen und wirtschaftlichen Verbindungen bessern.” Oppositionsführer Henry Ramos Allup hatte zuvor eine Neuzählung der Stimmen verlangt.

Am Stadtrand von Caracas kam es zu einer Schießerei, bei der eine Frau getötet und sechs weitere Menschen verletzt wurden. Ein Oppositionsführer machte Chavez-Anhänger für die Tat verantwortlich. Ansonsten blieb es in der Hauptstadt überwiegend ruhig, obwohl die Opposition zu Protesten aufgerufen hatte.

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