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USA: Weitere UN-Soldaten für Darfur

Die USA und Großbritannien haben den Sudan zur vollständigen Annahme des Friedensplans für die Krisenregion Darfur aufgefordert. In vier Jahren kamen mehr als 200.000 Menschen ums Leben.

Khartums Zusage, 3000 UN-Soldaten und sechs Kampfhubschrauber ins Land zu lassen, gehe nicht weit genug, kritisierte US-Vizeaußenminister John Negroponte am Dienstag in der tschadischen Hauptstadt N’Djamena.

„Wir glauben, dass es wichtig und dringend geboten ist, zusätzliche Friedenstruppen in einer Stärke von 17.000 bis 20.000 Soldaten nach Darfur zur schicken“, sagte Negroponte. Bislang wehrt sich die Regierung in Khartum gegen die Forderung der internationalen Gemeinschaft, diese „Hybrid-Truppe“ aus UN-Soldaten und Streitkräften der Afrikanischen Union (AU) zu akzeptieren.

Unterstützung erhielt Negroponte von Großbritanniens Premierminister Tony Blair. Dieser bezeichnete die Situation in Darfur als Skandal und forderte die Weltgemeinschaft zum Handeln auf. „Es liegt auf der Hand, dass die sudanesische Regierung nur durch Druck dazu gebracht werden kann, ihre Verpflichtungen in Darfur zu erfüllen“, sagte Blair. Falls der Sudan den Friedensplan nicht erfülle, müssten die Vereinten Nationen notfalls mit Sanktionen gegen das Land reagieren.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Zusage des Sudan zur Stationierung von 3000 UN-Friedenssoldaten als „positives Zeichen“ begrüßt. Er teilte mit, die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union würden schnell mit der Rekrutierung der benötigten Truppen beginnen. Wie der Kommissionschef der Afrikanischen Union, Alpha Oumar Konare, vor Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats erklärte, seien zwei AU-Bataillone für den Einsatz in Darfur bereit. Allerdings benötigten sie zusätzliche finanzielle Unterstützung. Nach Angaben eines UN-Mitarbeiters könnte die Bereitstellung neuer Truppen für den Darfur-Einsatz bis zu sechs Monate dauern.

In Darfur sind aktuell 7000 Friedenssoldaten der Afrikanischen Union stationiert. Die schlecht ausgestatteten Streitkräfte haben es bislang nicht geschafft, die Gewalt in der Provinz zu stoppen. Seit vier Jahren tobt dort ein Bürgerkrieg. Arabische Milizen gehen mit offenkundiger Duldung der Regierung gegen afrikanische Stämme vor. Zahlreiche Dörfer wurden systematisch zerstört, die Bewohner getötet oder vergewaltigt. Schätzungen zufolge kamen mehr als 200.000 Menschen ums Leben. 2,5 Millionen flohen, einige von ihnen in die Nachbarländer.

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