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USA: McCain sang "Bombardiert Iran"

US-Präsidentschaftskandidat McCain hat sich in seinem Wahlkampf erneut einen Schnitzer geleistet. Bei einem Auftritt sang er in Beach-Boys-Manier "Bomb bomb bomb, bomb bomb Iran".

Der potenzielle US-Präsidentschaftskandidat John McCain hat sich auf ganz eigene Weise in den Streit um das iranische Atomprogramm eingeschaltet: Auf die Frage, wann Washington im Atomstreit mit Iran eine “Botschaft per Flugzeug” an Teheran übermitteln werde, sagte McCain vor seinen Zuhörern im US-Bundesstaat South Carolina: “Dieser alte Hit der Beach Boys, ‘Bombardiert Iran’?” Und dann sang der Vietnamkriegs-Veteran zur Melodie von “Barbara Ann”: “Bomb bomb bomb, bomb bomb Iran”. Die Umstehenden reagierten mit Gelächter.

Nach seiner Gesangseinlage sagte der Senator in ernstem Ton: “Iran ist fest entschlossen, Israel zu zerstören.” Außerdem strebe Teheran nach Atomwaffen. “Ich unterstütze Präsident George W. Bush voll und ganz, wenn er sagt, wir dürfen nicht zulassen, dass der Iran Israel zerstört.”

Ein Sprecher McCains sagte später, die Frage sei als Scherz formuliert worden und der Kandidat habe eine humorvolle Antwort geben wollen.

Ein Video der Einlage während einer Wahlkampftour ist mittlerweile auf der Internetseite YouTube veröffentlicht worden und wurde bis Donnerstag knapp 11.000 Mal gesichtet.

Die USA werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben und haben einen Luftangriff auf die mutmaßlichen Produktionsanlagen nicht ausgeschlossen. Der Iran weist die Vorwürfe zurück.

Es ist nicht McCains erster peinlicher Auftritt im Wahlkampf: So besuchte er am 1. April den Shorja-Markt in Bagdad, den größten Basar der irakischen Hauptstadt. McCain rückte in einem gepanzerten Humvee an, mit kugelsicherer Weste und flankiert von 100 US-Soldaten, drei Black-Hawk-Helikoptern und Scharfschützen ringsum. Der Markt wurde komplett gesperrt. Anschließend mokierte sich McCain über die negativen Schlagzeilen aus dem Irak. Die Amerikaner würden nicht “das ganze Bild” zu sehen bekommen, tönte er: Er habe auf dem Shorja-Markt so “frei herumlaufen” können wie auf “einem ganz normalen Markt im Sommer in Indiana”. Zum Beweis prahlte sein Parteifreund Lindsey Graham, der ihn begleitet hatte: “Ich habe fünf Teppiche für fünf Dollar gekauft!”

Der Vorfall von McCain in South Carolina erinnert auch an einen Witz von Ronald Reagan 1984. Der hatte auf der Höhe des Wettrüstens mit der Sowjetunion gescherzt: “Meine lieben Mitbürger, ich freue mich, Ihnen heute sagen zu können, dass ich ein Gesetz unterzeichnet habe, das Russland für immer verbieten wird. Wir beginnen in fünf Minuten mit den Bombenangriffen.” Reagan hatte mit diesen Worten das Mikrofon vor seiner wöchentlichen Radioansprache getestet.

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