USA fahren Terror-Abwehr hoch

Nach dem mutmaßlichen Anschlagversuch auf jüdische Zentren in Chicago fahren die USA ihre Terror-Abwehr hoch. Präsident Barack Obama zufolge werden die Sicherheitsvorkehrungen für den Luftverkehr so lange verschärft wie nötig. Die Behörden suchen nach weiteren Frachtsendungen aus dem Jemen, die ebenfalls Paketbomben enthalten könnten.
Rätselraten um Bombe
Obama nimmt Stellung
Verdächtige Pakete in Flugzeugen enthielten Sprengstoff

Obama nannte die beiden in Frachtflugzeugen in Dubai und Großbritannien sichergestellten Pakete eine “glaubhafte terroristische Bedrohung”. Er machte am Freitagabend zugleich deutlich, dass die USA keine Anstrengung scheuten, um die Verantwortlichen ausfindig zu machen.

Nach US-Angaben enthalten die Päckchen vermutlich Sprengstoff, stammen aus dem Jemen und waren an jüdische Einrichtungen in Chicago gerichtet. Verdächtig sei die Al-Kaida-Gruppe auf der Arabischen Halbinsel, die bereits für den vereitelten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug an Weihnachten vergangenen Jahres verantwortlich gemacht worden war. Der “New York Times” zufolge enthielten die beiden Pakete die explosive Substanz PETN, die auch der damalige mutmaßliche Attentäter benutzt hatte.

Der nigerianische Islamist hatte die Bombe in seiner Unterwäsche versteckt. Inhalt der beiden gefundenen Pakete seien mit Sprengstoff gefüllte Computerdrucker-Patronen gewesen, zitierte die Zeitung die Abgeordnete Jane Harman, die im Heimatschutz-Ausschuss sitzt. Die zu den Demokraten gehörende Parlamentarierin sei von der Behörde für Transportsicherheit unterrichtet worden, hieß es. Als Sprengzünder hätten in einem Fall ein Handy, im anderen eine Schaltuhr gedient. US-Strafverfolger wollten sich dazu nicht äußern. Die Untersuchungen liefen noch, hieß es lediglich.

Jemenitische Sicherheitskräfte errichteten am Samstag Kontrollposten in der Hauptstadt Sanaa. Fahrzeugen wurden durchsucht und Identitätskontrollen durchgeführt. Zahlreiche schwer bewaffnete Polizisten und Soldaten waren auf den Straßen zu sehen. Zugleich wurden die Sicherheitsvorkehrungen an den Flug- und Seehäfen verstärkt.

Die Arabische Halbinsel gilt als neue Hochburg des in Afghanistan und Pakistan militärisch unter Druck geratenen Al-Kaida-Netzes. Dessen Gruppe im Jemen gilt seit längerem als der aggressivste Arm der Extremistenorganisation, die am 11. September 2001 die Anschläge in den USA verübt hatte.

Ein Vertreter der US-Regierung und mehrere Analysten äußerten die Vermutung, dass die Pakete nur ein Test der Extremisten sein könnten, um die Frachtkontrollen und die Reaktion der Sicherheitsbehören zu prüfen. Der entscheidende Hinweis auf die beiden Paketbomben kam nach US-Angaben aus Saudi-Arabien. “Die USA danken dem Königreich Saudi-Arabien für seine Hilfe bei der Übermittlung von Informationen, die die unmittelbare Bedrohung aus dem Jemen deutlich gemacht haben”, erklärte Obamas Anti-Terror-Beauftragter John Brennan. Auch Großbritannien, die Vereinigten Arabischen Emirate und “andere Freunde und Partner” hätten dazu beigetragen, die verdächtigen Sendungen auf den Flughäfen East Midlands nahe Birmingham und Dubai aufzuspüren.

Die mutmaßlichen Anschlagversuche schrecken die US-Bürger wenige Tage vor den Kongresswahlen auf. Der Wahlkampf wurde bisher nicht vom Thema Terrorismus bestimmt, sondern von der schleppenden Konjunkturentwicklung und der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit. Analysten rechnen bisher damit, dass die Demokratische Partei im Repräsentantenhaus die Mehrheit verlieren wird. Nicht ausgeschlossen wird, dass die Republikaner nach der Wahl auch den Senat dominieren werden.

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