USA: Bush räumt erstmals Fehleinschätzungen ein

US-Präsident George W. Bush hat einer Zeitung zufolge erstmals Fehleinschätzungen im Zusammenhang mit der Situation im Nachkriegs-Irak eingeräumt. Er "habe eine Fehleinschätzung begangen, wie die Bedingungen nach dem Krieg sein würden".

Dies sagte Bush in einem Interview der „New York Times“ vom Freitag. Seine Strategie sei aber flexibel genug gewesen, um angemessen reagieren zu können, sagte Bush.

Als Beispiel nannte der Präsident die Lage in der Rebellenhochburg Najaf. Bush erläuterte der Zeitung zufolge nicht, was bei der Besatzung schief gegangen sei. Er habe jedoch betont, dass der seit 17 Monaten anhaltende Widerstand ein ungewollter Nebeneffekt des schnellen Sieges über die Armee des irakischen Präsidenten Saddam Hussein gewesen sei.

Seit der US-geführten Invasion im Irak im März 2003 sind nach Angaben des amerikanischen Militärs 969 US-Soldaten in dem Land getötet und 6690 verwundet worden. Der Irak-Krieg gehört zu den wichtigsten Themen im Wahlkampf vor der Präsidentenwahl in den USA im November.

Bush stellt sich hinter Rumsfeld

US-Präsident George W. Bush hat Forderungen nach einem Rücktritt von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wegen des Folterskandals im Irak zurückgewiesen. In einem Interview stellte sich Bush am Donnerstag hinter den Pentagonchef.

Am Vortag hatte der demokratische Präsidenschaftskandidat John Kerry den Rücktritt Rumsfelds gefordert. Hintergrund ist eine neue Untersuchung der US-Streitkräfte, wonach 27 Mitglieder des Militärgeheimdienstes mitverantwortlich für den Folterskandal sind.

Vor dem am Montag in New York beginnenden Wahlparteitag seiner Republikanischen Partei zeigte sich Bush zuversichtlich, dass er bei der Wahl im November im Amt bestätigt werden wird. Auf dem Parteitag wird Bush offiziell zum Präsidentschaftskandidaten nominiert werden.

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