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USA: "Atlantis"-Start am Mittwoch

Die US-Raumfähre "Atlantis" soll nach Verzögerungen wegen eines Blitzeinschlags und des Tropensturms "Ernesto" nun am kommenden Mittwoch starten.

Das teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Donnerstag in Cape Canaveral mit.

Mit dem Auftrag der NASA für das US-Luft- und Raumfahrtunternehmen Lockheed Martin zum Bau einer neuen „Shuttle“-Generation rückt aus NASA-Sicht eine neue Äre der Raumfahrt näher. „Der Weltraum wird nicht länger ein Ziel sein, das wir nur kurz ansteuern“, sagte NASA- Sprecher Michael Braukus am Donnerstag in Washington. Astronauten würden im Weltraum „wie früher die Pioniere“ leben. „Heute beginnt eine neue Reise“. US-Präsident George W. Bush hatte 2004 mit dem Mond und dem Mars die Fernziele der bemannten Raumfahrt für die USA benannt.

Der Konzern Lockheed Martin mit Hauptsitz in Bethesda (Maryland) setzte sich bei der NASA gegen das Konkurrenzangebot eines Konsortiums der Unternehmen Northrop Grumman und Boeing durch. NASA-Sprecher Doug Cook sprach von einem „scharfen“ Wettbewerb der Anbieter um den mindestens 3,9 Milliarden Dollar (3,04 Milliarden Euro) schweren Auftrag. Er kann nach NASA-Angaben bis 2019 sogar auf ein Volumen von bis zu 7,5 Milliarden Dollar (5,8 Milliarden Euro) steigen.

Eine Beteiligung nicht-amerikanischer Firmen ist laut der NASA nicht vorgesehen. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS© hatte ohnehin nicht damit gerechnet. Die EADS sei offen für denkbare Beteiligungen in einer späteren Phase, hatte ein EADS-Sprecher am Donnerstag in Bremen betont.

Die neue Generation von Raumtransportern mit dem Namen „Orion“ soll nach dem Willen der amerikanischen Raumfahrtexperten spätestens im Jahr 2014 mit einer sechsköpfigen Crew zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Die derzeitigen Space-Shuttle – wie die „Atlantis“ – werden nach dem Ausbau der ISS im Jahr 2010 ausgemustert.

Es handelt sich um den ersten Großauftrag der NASA seit mehr als drei Jahrzehnten. Das neue NASA-Programm zielt darauf, mehr als ein halbes Jahrhundert nach der ersten Mondlandung vom 20. Juli 1969 spätestens bis zum Jahr 2020 vier Astronauten zum Erdtrabanten zu fliegen. Seit der Mondlandung von „Apollo 17“ im Dezember 1972 hat kein Mensch mehr den Mond betreten. Nach dem Aufbau eines Außenpostens auf dem Mond sollen später NASA-Raumfähren mit einer sechsköpfigen Crew an Bord zu einer anderthalb Jahre langen Reise zum Nachbarplaneten Mars starten.

„Orion“ soll nach Angaben der NASA aber auch weiter Service-Flüge zur ISS machen. Darüber hinaus soll die Kapsel helfen, irgendwann nach 2020 das alternde Weltraumteleskop „Hubble“ gezielt zum Absturz zu bringen. Auch Flüge zu Asteroiden hat die NASA im Blick. Der Name „Orion“ wurde nach Angaben der NASA gewählt, weil das Sternbild am Nachthimmel besonders hell leuchtet und einfach zu finden ist.

Das Nachfolgemodell der Space-Shuttle wird mit seiner Glockenform wieder den früheren bemannten Raumsonden ähneln. Es bietet aber zweieinhalb mal mehr Platz als die „Apollo“-Kapseln und hat viel modernere Technik. Der wichtigste Vorteil: Anders als bei den Space- Shuttle sitzt die Kapsel direkt auf der Spitze einer Trägerrakete. Damit ist sie von herab fallendem Schaum- oder Eisstücken beim Start geschützt.

Mit „Atlantis“ will die NASA am Mittwoch zunächst wieder die regulären Transportflüge zum Ausbau der ISS aufnehmen. Diese waren nach dem tödlichen Unglück der Raumfähre „Columbia“ am 1. Februar 2003 unterbrochen worden. Im Juli war erstmals seit 2003 wieder eine Raumfähre, die „Discovery“, von Cape Canaveral gestartet und zwei Wochen später wieder sicher in die USA zurückgekehrt. „Discovery“ hatte auch den Deutschen Thomas Reiter zur ISS gebracht. Mit insgesamt 16 Flügen soll bis 2010 der Ausbau der Internationalen Raumstation beendet sein. Die NASA-Führung dringt darauf, dass das Nachfolgemodell der Space-Shuttle schon weitaus früher als 2014 in Dienst gestellt wird.

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