USA: Angst vor "Rita"

Nach dem Horrorsturm „Katrina“ haben die Menschen in den USA nun Angst vor einem neuen verheerenden Hurrikan: "Rita" näherte sich am Dienstag bedrohlich der Südküste des Landes.

Obwohl es sich zunächst nur um einen Tropensturm handelte, wurden an der Südspitze Floridas noch mehr Menschen in Sicherheit gebracht.

„Rita“ wird zum Hurrikan

“Rita“ hat sich am Dienstag weiter verstärkt und ist zu einem Hurrikan der Kategorie zwei hochgestuft worden. „Rita“ habe Windgeschwindigkeiten von 161 Stundenkilometern erreicht, als der Sturm südlich der Inselgruppe Florida Keys vorbeizog, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum mit.

Den Berechnungen zufolge werde „Rita“ über dem Golf von Mexiko weiter an Kraft gewinnen und mindestens zu einem Hurrikan der Kategorie drei heranwachsen, sagte der Meteorologe Chris Sisko. Der Sturm soll am Wochenende die Golfküste erreichen, voraussichtlich in Texas. Der Hurrikan könnte aber auch in Richtung Louisiana ziehen und damit die schon von „Katrina“ heimgesuchten Gebiete treffen.

Angesichts der Gefahr setzte zudem der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, seinen Plan zur baldigen Rückkehr der vor „Katrina“ geflohenen Menschen in die Stadt aus. Die Deiche seien nach der verheerenden Katastrophe vor rund vier Wochen noch nicht sicher genug, um einem neuen Sturm standzuhalten.

Nach Berechnungen der Experten könnte „Rita“ möglicherweise Kurs auf New Orleans und die Golfküste nehmen und sich auf seinem Weg zu einem Hurrikan der Kategorie drei auf der fünfstelligen Skala entwickeln. Dienstag früh (Ortszeit) befand sich das Zentrum des Sturms 225 Kilometer vor der Südspitze Floridas. Mit einer Geschwindigkeit von 24 Kilometern pro Stunde bewegte sich „Rita“ in nordwestlicher Richtung. Für die Südspitze Floridas und die Inselgruppe der Keys wurde die Hurrikan-Warnung um 24 Stunden verlängert. Bis zum Wochenende könnte der Sturm auch die Küste von Texas bei Galveston erreichen. In Kuba wurden Bewohner von Berg- und Küstenregionen im Zentrum und Westen des Landes aufgefordert, sich in sicherere Zufluchtsorte zurückzuziehen.

„Dieser Sturm kann ganz schnell an Kraft zulegen, das ist eine ernste Situation“, sagte Floridas Gouverneur Jeb Bush. Er forderte seinen Bruder, US-Präsident George W. Bush, auf, den Notstand für Florida auszurufen. Das würde automatisch Hilfsgelder aus Washington frei machen. 500 Kräfte der Nationalgarde stehen laut Jeb Bush im Süden des Sonnenstaates bereit. In Miami deckten sich zahlreiche Menschen in der Supermärkten mit Lebensmitteln ein, an den Tankstellen gab es lange Warteschlangen.

Auch an der von Hurrikan „Katrina“ schwer getroffenen Küste von Louisiana wuchs die Sorge vor „Rita“. Die Gouverneurin des Bundestaates, Kathleen Blanco, forderte die Menschen in den Küstenregionen auf, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. „Wir nehmen ’Rita’ sehr, sehr ernst“, sagte Blanco. Die Politikerin war wegen ihres Katastrophenmanagements nach „Katrina“ in die Kritik geraten.

New Orleans’ Bürgermeister warnte die bereits in die Stadt zurückgekehrten Menschen, dass sie möglicherweise erneut fliehen müssten. Bis zu 30.000 Menschen, darunter vor allem viele Soldaten der Nationalgarde und Hilfskräfte, könnten davon betroffen sein. Bürgermeister Nagin sagte, Bewohner bestimmter Teile von New Orleans müssten wegen „Rita“ darauf gefasst sein, dass sie die Stadt aus Sicherheitsgründen möglicherweise bereits am Mittwoch oder sogar noch früher verlassen müssten.

Ursprünglich sollten nach Bürgermeister Nagins Mehrstufenplan seit Montag die ersten von zunächst rund 180.000 Flüchtlingen in die Viertel von New Orleans zurückkehren, in denen die Strom- und Wasserversorgung wiederhergestellt ist. Dieses Vorhaben war jedoch auf Kritik gestoßen. Der Leiter der Rettungsarbeiten, Vizeadmiral Thad Allen, hatte vor einer übereilten Rückkehr in die Katastrophenstadt gewarnt und den Bürgermeister aufgefordert, die Rückkehr in die noch zu mehr als einem Drittel überschwemmte Stadt angesichts der drohenden Gesundheitsgefahren zu bremsen. US-Präsident George W. Bush hatte am Montag ähnliche Bedenken wie Allen geäußert. Vor dem Hurrikan, der am 29. August New Orleans heimsuchte, hatte die Stadt 485.000 Einwohner.

Die Sorge vor einem neuen Hurrikan im ölreichen Golf von Mexiko sorgte für Turbulenzen auf dem Ölmarkt. An der New Yorker Börse war der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte „Light Sweet Crude“ zum Handelsschluss um 4,39 Dollar auf 67,39 Dollar gestiegen.

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