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USA: 23 Mio. für getötete Zivilisten

Für die zivilen Opfer seiner Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan hat das US-Militär nach eigenen Angaben bisher rund 32 Millionen Dollar (23,8 Mio Euro) Entschädigung gezahlt.

Die Zahlungen beliefen sich auf 31,6 Millionen Dollar (rund 23,4 Millionen Euro) für Zivilisten im Irak und auf 720.000 Dollar (rund 532.500 Euro) für zivile Opfer in Afghanistan, sagte US-Militärsprecher Bob Tallman am Donnerstag (Ortszeit). Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU veröffentlichte rund 500 Entschädigungsforderungen im Internet, die das US-Verteidigungsministerium zuvor auf Antrag der ACLU frei gab.

Bei den 496 veröffentlichten Dossiers handelt es sich nur um einen Bruchteil der gesamten Entschädigungsforderungen. Allein die Zahl der Zivilisten, die seit Beginn der US-Offensive im Irak im Jahr 2003 getötet wurden, wird nach Angaben der dortigen Behörden auf mindestens 150.000 geschätzt. Das US-Militär zahlt für getötete Zivilisten in seinen Einsatzgebieten nur, wenn diese nicht während Gefechten ums Leben kamen. ACLU-Jurist Jamil Jaffer sagte dem britischen Sender BBC, die US-Regierung habe erstmals derartige Dossiers frei gegeben.

Unter den veröffentlichten Fällen findet sich etwa jener eines Mannes aus der ostirakischen Provinz Salah Ad Din, der berichtet, dass US-Soldaten mehr als hundert Schüsse auf seine schlafende Familie abgegeben hätten, die seine Eltern und seinen Bruder töteten. „Die Schüsse hatten eine solche Wucht, dass auch noch 32 Schafe der Familie getötet wurden“, heißt es in dem Dossier. „Die Armee übernimmt die Verantwortung, und die Forderung wurde mit zwei Zahlungen beglichen.“ Demnach erhielt der Mann 11.200 Dollar (rund 8300 Euro) Entschädigung und eine so genannte Beileidszahlung von 2500 Dollar (rund 1850 Euro).

Die Entschädigungsforderungen eines irakischen Vaters, dessen einziger Sohn beim Angeln am Tigris von einer US-Patrouille erschossen wurde, wies das Verteidigungsministerium indes zurück: Zwar gebe es ausreichend Beweise, dass die Soldaten den Jugendlichen absichtlich erschossen hätten. „Leider waren die Soldaten jedoch zu diesem Zeitpunkt in einer Sicherheitsmission unterwegs“, heißt es in dem entsprechenden Dossier. Deshalb gelte die Ausnahmeregel, dass in Gefechtssituationen nicht gezahlt werde. In einem ähnlichen Fall fügte das US-Militär seinem Ablehnungsschreiben die Worte „Ihr Verlust tut mir leid, und ich wünsche Ihnen alles Gute in einem freien Irak“ hinzu.

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