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US-Truppen durchkämmen Bagdad

Nach den tödlichen Schüssen eines Heckenschützen auf US-Soldaten haben US-Truppen am Dienstag die irakische Hauptstadt nach militanten Gegnern gefahndet.

Im Morgengrauen sperrten US-Soldaten mit gepanzerten Fahrzeugen Straßen ab. Sie durchsuchten Häuser nahe dem Tigris gegenüber dem von der US-Verwaltung genutzten ehemaligen Quartier der Republikanischen Garden. In der Nacht hatte ein Heckenschütze nach US-Armeeangaben einen Soldaten während dessen Patrouille erschossen.

Während der Durchsuchungen berichtete eine Frau den Soldaten, dass in dem Bezirk mehrere Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein und dessen Baath-Partei lebten. Diese hätten Maschinengewehre und andere Waffen. „Sie haben in der Nacht in die Luft geschossen und wir konnten nicht schlafen“, sagte sie. Soldaten berichteten, sie hätten zahlreiche Waffen beschlagnahmt. Am Sonntag endete eine Amnestie für Iraker zur Abgabe ihrer Waffen. Illegaler Waffenbesitz kann jetzt mit bis zu einem Jahr Haft bestraft werden.

Seit Sonntag fahnden US-Soldaten in einem umfangreichen Einsatz nach militanten Anhängern Saddams, die für zahlreiche Anschläge auf US-Soldaten verantwortlich gemacht werden. Allein in Bagdad wurden bis Montagabend 151 Menschen festgenommen und zahlreiche Waffen beschlagnahmt. Auch in andere Städten des Landes gab es Dutzende Festnahmen.

Die US-Truppen bemühen sich zum einen um die Sicherheit im Lande und zum anderen um die Sympathien der Bevölkerung. Viele Iraker kritisieren jedoch das Vorgehen der US-Truppen bei den Durchsuchungen als überzogen und fordern einen Abzug der Besatzungstruppen. Seit Ende der Hauptkampfhandlungen im Irak Anfang Mai wurden bereits mindestens 41 US-Soldaten bei Gefechten und Hinterhalten getötet.

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