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US-Psychologen wollen nicht mehr bei Folter dabei sein

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Mitglieder der US-Psychologenvereinigung American Psychological Association (APA) dürfen künftig nicht mehr bei bestimmten Verhörmethoden in US-Militärgefängnissen dabei sein. Mitglieder des Verbandes dürfen beispielsweise nicht mehr bei Scheinhinrichtungen dabei sein.

Dies beschloss das Führungsgremium der Berufsorganisation am Sonntag (Ortszeit) nahezu einstimmig. Zu einem von einigen Psychologen geforderten totalen Anwesenheitsverbot in Militärgefängnissen konnte sich das Gremium nicht durchringen.

Nach dem Beschluss dürfen APA-Mitglieder unter anderem auch nicht dabei sein, wenn Gefangene durch Isolationshaft und Schlafentzug zum Sprechen gebracht werden sollen. Dieser Beschluss ging vielen APA-Mitgliedern nicht weit genug: „Ich hätte gern gesehen, wenn Psychologen künftig nur noch behandeln und nicht bei Verhören dabei sind“, sagte beispielsweise die Psychologin Laurie Wagner der Nachrichtenagentur AFP.

Gegner eines totalen Anwesenheitsverbots in Militärgefängnissen argumentierten damit, dass oft die Psychologen als eine Art „Sicherheitsoffizier“ die letzte Rettung für die Inhaftierten seien. „Ich komme gerade von Kuba“, sagte beispielsweise APA-Führungsmitglied Larry James. „Wenn wir die Psychologen aus Guantanamo abziehen, dann werden unschuldige Menschen sterben.“

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