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US-Marine umzingelt Boot somalischer Piraten mit US-Geisel

Die US-Marine hat ihre Flotte vor der Küste Somalias verstärkt, um den seit Tagen von Piraten als Geisel gehaltenen US-Kapitän zu befreien. FBI soll mit somalischen Piraten verhandeln | Vorbericht zur Geiselnahme | Frachtschiff "Maersk Alabama" gekapert | Die Bilder

Mehrere Schiffe seien auf dem Weg in die Region, wo der Kapitän des unter US-Flagge fahrenden Frachters “Maersk Alabama” am Mittwoch entführt worden war, hieß es am Donnerstag aus dem Pentagon. Unterdessen setzte der Frachter unter Begleitschutz seinen Weg nach Mombasa in Kenia fort.

Der Zerstörer “USS Bainbridge” sowie ein Aufklärungsflugzeug versuchten am Freitag weiter zu verhindern, dass die Piraten ihre Geisel auf ein größeres Boot bringen. Ein US-Aufklärungsflugzeug überflog die Region. Ein in den USA ansässiger Sprecher der dänischen Reederei Maersk sagte am Donnerstag, Kapitän Richard Phillips sei unversehrt. Die Besatzung hat nach eigenen Angaben Funkkontakt zu ihm.

Phillips wird in einem Beiboot von vier Piraten festgehalten, die den 17.500-Tonnen-Frachter “Maersk Alabama” am Mittwochmorgen überfallen hatten. Die unbewaffnete 20-köpfige Besatzung konnte die Angreifer nach einigen Stunden in die Flucht schlagen, wie der Zweite Offizier Ken Quinn in der Nacht auf Donnerstag dem Sender CNN berichtete.

Den Piraten gelang es jedoch, sich mit einem Beiboot des Frachters und dem Kapitän abzusetzen. Sie verlangen Lösegeld. Am Donnerstag war die Bundespolizei FBI auf Bitten der Marine zu den Verhandlungen mit den Piraten hinzugezogen worden. US-Verteidigungsminister Robert Gates sagte, die Unversehrtheit des Kapitäns habe Vorrang. Nach Angaben von US-Außenministerin Hillary Clinton hat das Beiboot keinen Treibstoff mehr.

Als Reaktion auf den Piraten-Angriff will das US-Militär sein Engagement am Horn von Afrika verstärken. Zusätzliche US-Soldaten würden in die Region verlegt, sagte ein US-Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Zur möglichen Verlegung von Schiffen oder Maschinen der Luftwaffe machte er keine Angaben.

Die Entführung des Handelsschiffs, das Hilfsgüter der Vereinten Nationen geladen hat, war der sechste Piratenangriff vor Somalia binnen fünf Tagen. Unter anderem haben Seeräuber seit vergangenem Samstag den Hamburger Frachter “Hansa Stavanger” in ihrer Gewalt. Laut einem Bericht des Magazins “Der Spiegel” hatte der Krisenstab des Auswärtigen Amtes eine gewaltsame Befreiung des unter anderem mit fünf Deutschen besetzten Schiffes geplant. Die Piraten hätten den Frachter jedoch zu ihrem Stützpunkt gebracht, bevor es zu einem Einsatz kommen konnte.

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