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US-Grand-Prix auf Bewährung

Die Formel 1 fährt in den USA auf Bewährung: Nach dem Reifen-Fiasko im Vorjahr ist am kommenden Wochenende in Indianapolis vor allem Wiedergutmachung auf der größten Motorsportbühne der Welt angesagt.

Doch schon vor dem Grand Prix am Sonntag (19:00 MESZ) in Indianapolis

sorgt F1-Zampano Bernie Ecclestone mit einer Aussage für Wirbel: “Es ist für die Formel 1 nicht wichtig, ob wir einen Grand Prix in den Vereinigten Staaten haben oder nicht.” Mit seinen provokanten Äußerungen baut Ecclestone vor, denn nach der Rückkehr der selbst ernannten Königsklasse des Motorsports ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten im Jahr 2000 läuft der Vertrag mit dem Indianapolis Motorspeedway mit dieser Saison aus.

Der Skandal des Vorjahres, als nur sechs Autos auf dem berühmten Oval starten konnten, liefert den Betreibern der Rennstrecke handfeste Argumente, die Veranstaltungsgebühr in zweistelliger Millionenhöhe zu drücken. Der französische Reifenhersteller Michelin hatte seinen Teams 2005 nach einigen schweren Trainingsunfällen in der Zielkurve aus Sicherheitsgründen den Startverzicht empfohlen, obwohl Toyota-Pilot Jarno Trulli noch die Pole Position herausgefahren hatte. Im Rennen starteten allerdings lediglich die drei von Bridgestone ausgestatteten Teams, Patrick Friesacher holte als Sechster seine einzigen WM-Punkte für Minardi. Michael Schumacher siegte im Ferrari vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello, wurde aber von den mehr als 100.000 Zuschauern, die zum Großteil ihr Geld zurückforderten, gnadenlos ausgepfiffen.

“Vergangenes Jahr ist vergangenes Jahr, man sollte gewisse Dinge nicht überbewerten”, meinte der Rekordweltmeister. Längst hat Michelin Buße geleistet und sich bei den Fans entschuldigt. Vor dem US-Grand-Prix geht der Hersteller in die PR-Offensive. Die Piloten, allen voran Weltmeister und WM-Leader Fernando Alonso, geben Autogramme und beantworten Fragen der Fans. Michelin spendete an karitative Einrichtungen, übernahm Rückzahlungsforderungen und sponserte 20.000 Karten für den Grand Prix, bei dem vielleicht auch deshalb wieder 100.000 Menschen erwartet werden.

Für die Automobil-Hersteller wie Mercedes, BMW oder Ferrari ist der US-Markt von enormer Bedeutung. “Wenn ich könnte, würde ich mir mindestens zwei Rennen in Amerika wünschen”, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. “Wir hoffen sehr, dass die amerikanischen Rennsportfans die Enttäuschung von 2005 überwunden haben. Wir wollen ihnen 2006 umso besseren Sport bieten”, kündigte sein BMW-Pendant Mario Theissen an.

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