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"Urbi et Orbi" - Der Papst feierte die Ostermesse

"Urbi et Orbi" bedeutet "der Stadt und dem Erdkreis" und geht auf die Antike zurück.
"Urbi et Orbi" bedeutet "der Stadt und dem Erdkreis" und geht auf die Antike zurück. ©AFP
Vor Zehntausenden Gläubigen und Touristen hat am Sonntag die Ostermesse mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz in Rom stattgefunden. Der Pontifex erreichte den Petersplatz, auf dem sich schon seit dem frühen Morgen eine riesige Menschenmenge versammelt hatte, und grüßte die Pilger.
Bilder von der Ostermesse im Vatikan

Samstagsmesse mit Blick auf das Leiden in der Welt

In einem feierlichen Gottesdienst zur Auferstehung Christi hat Papst Franziskus die Situation von Flüchtlingen, Armen und Menschen angeprangert, die am Rand der Gesellschaft stehen. Deren Menschenwürde werde jeden Tag “gekreuzigt” sagte er am Samstagabend mit Blick auf Ungerechtigkeit und Korruption. Er rief die Gläubigen in der Osterandacht auf, ihre “Elfenbeintürme” zu verlassen.

Mit einer einzelnen großen Kerze in den Händen schritt das katholische Kirchenoberhaupt den Mittelgang des abgedunkelten Petersdoms in Rom entlang, um so die Dunkelheit nach der Kreuzigung von Jesus am Karfreitag zu symbolisieren. Als Franziskus den Altar erreichte, wurde das Licht als Symbol der Wiederauferstehung wieder angestellt.

“Mauern brechen”

Franziskus erinnerte an die biblische Szene, in der zwei Frauen trauernd zum Grab Jesu gehen. Deren Verzweiflung könne auch heute noch, jeden Tag in den Gesichtern von Frauen und Kindern gesehen werden, die Opfer von Armut, Ausbeutung und Ungerechtigkeit seien. Franziskus sagte, es seien auch solche Gesichter zu sehen, denen Verachtung entgegengebracht werde – etwa, weil sie Flüchtlinge seien.

Er forderte die Katholiken auf, die Mauern aufzubrechen, die sie in ihrem “sterilen Pessimismus” gefangen hielten. Er prangerte die “vorsichtig erbauten Elfenbeintürme” an, die Menschen vom Leben isolierten – der zwanghafte Wunsch nach Sicherheit sowie grenzenloser Ehrgeiz führten dazu, dass die Würde anderer beschädigt würde.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Der Gottesdienst fand angesichts der jüngsten Terroranschläge in Europa unter strengeren Sicherheitsvorkehrungen als üblich statt. Hintergrund war auch der Doppelanschlag auf koptische Kirchen in Ägypten an Palmsonntag mit 45 Toten. Christen dort feierten ihre ersten Ostergottesdienste ebenfalls unter strengen Bedingungen: Mindestens acht Leibwächter umrahmten den koptisch-christlichen Patriarchen Tawadros II., als er am Samstag die Sankt-Markus-Kathedrale in Kairo betrat.

Tawadros hatte während seiner Karfreitagspredigt angekündigt, dass die feierlichen Aspekte von Ostern wegen der Trauer um die Opfer der beiden Anschläge in diesem Jahr abgesagt würden. Am Sonntag vor einer Woche hatten Selbstmordattentäter zwei Kirchen in Alexandria und Tanta angegriffen. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu den Taten und kündigte weitere Angriffe auf Christen an.

Papst Benedikt XVI wird am Sonntag 90

Im Vatikan stand am Ostersonntag noch ein weiterer wichtiger Termin an: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. wird 90 Jahre alt. Sein Nachfolger Franziskus besuchte Benedikt schon am Mittwoch, um ihm seine Glückwünsche zu überbringen. Der gebürtige Bayer lebt seit seinem Rücktritt 2013 zurückgezogen im Kloster Mater Ecclesiae. Er ist körperlich geschwächt, weshalb die Feierlichkeiten am Sonntag und Montag im kleinen Kreis stattfinden sollen.

(APA/dpa)

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