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Unternehmen schreien nach Hilfe - "Das halte ich für billig"

Rainer Keckeis bei Vorarlberg LIVE
Rainer Keckeis bei Vorarlberg LIVE ©VOL.AT
Rainer Keckeis, AK Vorarlberg-Direktor, war am Dienstag zu Gast bei "Vorarlberg LIVE", um über Preissteigerungen und Gehaltsunterschiede in Vorarlberg zu sprechen.

"Sie ist ein erster wichtiger Schritt", beurteilt der Direktor der Arbeiterkammer Vorarlberg, Rainer Keckeis, die aus seiner Sicht im letzten Moment beschlossenem Energiekosten-Entlastungspaket in Vorarlberg LIVE. Vorarlberg hatte bislang bereits das Glück, im Österreichvergleich recht günstige Strompreise zu haben. Durch das Entlastungspaket wird Strom trotz der angekündigten Preiserhöhung nicht teurer, bestätigt Keckeis.

Die Menschen beschäftige derzeit vor allem der Spritpreis. "Da spüre und sehe ich es sofort", weiß der Arbeitnehmervertreter. Ihn beschäftige vielmehr die mittelfristige Aussicht. Er erwartet bei Grundnahrungsmitteln wie Weizen ebenfalls spürbare Preissteigerungen, die steigenden Energiekosten werden auch viele Produkte teurer machen. Stimmen die Berechnungen der Arbeiterkammer, könnten sich die lebensnotwendigen Ausgaben über den Sommer hinweg um bis zu zehn Prozent verteuern. "Und das ist schon eine erschreckende Dimension, hoffen wir das es nicht so kommt", warnt Keckeis. "Ganz lustig wird das nicht."

In Arbeitnehmer investieren

Entsprechend Lohn- und Pensionserhöhungen wird es daher brauchen, allein schon um die Kaufkraft zu erhalten. Für viele sei das Leben bereits jetzt kaum mehr leistbar in Vorarlberg. Es brauche aber auch Entlastungen. "Man hat während der Covidkrise Milliarden für die Unternehmen ausgegeben, ohne lange zu diskutieren", erinnert er. "Die gleiche Großzügigkeit erwarten wir vom Staat jetzt schon auch, wenn es um die Arbeitnehmeranliegen geht."

Bei der Pendlerpauschale stimme zumindest der Ansatz, auch wenn es im Detail bessere Möglichkeiten für Keckeis gab. Doch gerade jene, die von Sozialleistungen abhängig sind, wird es besonders hart treffen. Denn diese steigen nicht automatisch mit steigenden Preisen für Lebensmittel.

Die "versteckte Diskriminierung"

Zum Gehaltsunterschied in Vorarlberg sagt Keckeis: "Vorarlberg hat den höchsten Anteil an Teilzeitarbeit". Er fügt hinzu, dass sehr viele Frauen in schlecht bezahlten Jobs arbeiten und weniger Überstunden leisten können. Er meint: "Es gibt auch eine versteckte Diskriminierung". Um den Gender-Pay-Gap zu minimieren, gilt als erster Schritt die Kinderbetreuung. Dabei weist er auf die kulturellen Unterschiede zwischen Österreich und den skandinavischen Ländern hin. "Bei uns ist Kindererziehung Familiensache. In Skandinavien ist es gesellschaftliche Sache."

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(VOL.AT)

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