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Unter allen Umständen wählen gehen

Bregenz - Jetzt interessiert nurmehr das Wahlergebnis. Und wir haben es. Cornelius Hirsch hat es in der Aula des Bregenzer Gallusgymnasiums angeschlagen.

Demnach verfehlen die Grünen mit 56,47 Prozent die Zweidrittelmehrheit um Haaresbreite, die ÖVP sackt 20 Prozent ein. Der Rest bleibt unter ferner liefen. FPÖ, SPÖ, Liberale, BZÖ – da schafft keine Partei die Fünf-Prozent-Hürde. Und das, obwohl außer acht Wahlberechtigten alle ihre Stimmen abgaben. Alle 170 Oberstüfler des alten Gymnasiums in der Bregenzer Gallusstraße, die ihr Schulsprecher zur Testwahl bat. „Als Motivationsschub“ für die 16-Jährigen, ihr demokratisches Recht auch auszuüben.

Schwere Entscheidung

Auch Cornelius Hirsch wird am Sonntag zum ersten Mal wählen gehen. Er weiß schon was. Aber das sagt er natürlich nicht. Dass ihn die Entscheidung bis zuletzt hadern ließ, das betont er. Von Parteipolitik hält Hirsch nichts. An der gescheiterten Regierung missfiel ihm am meisten, „dass keiner dem anderen mehr Erfolge gönnte. Dass man das Bildungsministerium aufgespaltet hat, war ein Symptom dafür.“ Und doch scheut er sich davor, „taktisch zu wählen“. Hirsch streicht sich die Haare aus der Stirn. „Trotz allem Verdruss wird wohl wieder eine Große Koalition das einzig Mögliche sein.“ Nachsatz: „Aber unter anderen Personen.“ Josef Cap und Wolfgang Schüssel sollten demnach das Feld räumen, findet Hirsch. Denn „die Regierung fühlt sich Österreich offenbar mehr verpflichtet, als es die beiden Klubobleute tun“. Der angehende Maturant, der später einmal Öffentlichkeitsarbeit betreiben will, entstammt einer politisch denkenden Familie. „Bei uns wird auch dieser Tage diskutiert.“ Kann er den Frust der Nichtwähler nachvollziehen? „Jein.“ Den Frust kennt er. Aber „Demokratie bleibt die einzig mögliche Form“ einer akzeptablen Regierung. Deshalb saß er bis im Vorjahr in der Landesschülervertretung, deshalb sucht er im Augenblick die überparteilichen „jungen europäischen Föderalisten“ in Vorarlberg flott zu machen. Morgen, Sonntag, gibt‘s für ihn nur eins. Wählen gehen.

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