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UNO-Reform: Annan legt Bericht vor

UNO-Generalsekretär Kofi Annan will Bereiche der UNO-Verwaltung auslagern. Die Vereinten Nationen sollen laut einem Bericht von Annan dies aus Ersparnisgründen in Betracht ziehen.

Vor allem die Vorteile einer Verlagerung von Verwaltungsbereichen in Niedriglohnländer würden geprüft, heißt es in dem Bericht zur Umstrukturierung der UNO, den Annan am Dienstag vorstellen wird. In Frage kämen zum Beispiel asiatische Länder. China hat bereits Interesse an dem Projekt angekündigt.

In dem Bericht unterscheidet Annan zwischen einer „Kerngruppe von Aufgaben“, die im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York bleiben müsse, und nachrangigen Aufgabengebieten, für die „andere Optionen ernsthaft in Erwägung gezogen werden sollten“.

Der Umzug der umfangreichen Übersetzungsabteilung aus New York würde dem Bericht zufolge beispielsweise jährlich 35 Millionen Dollar einsparen. In dem Gebäude arbeiten derzeit 4500 Menschen – es beherbergt die Generalversammlung, den Sicherheitsrat und den Wirtschafts- und Sozialrat. Außerdem sieht der Annan-Bericht vor, die dem UNO-Generalsekretariat direkt zugeordneten 25 Abteilungen und Verwaltungseinheiten in neuen Strukturen zu reorganisieren. Sie sollen in so genannten Clustern zusammengefasst und von je einem ranghohen UNO-Verwaltungsbeamten geleitet werden.

Annan schlägt in dem Dokument zudem Abfindungen für Mitarbeiter, ein neues Computersystem und mehr Befugnisse für sein Generalsekretariat vor. Trotz einiger Einsparungen rechnen Diplomaten infolge der Investitionen zunächst mit Kosten von rund 500 Millionen Dollar (416 Mio. Euro). Die Kosten für Abfindungen werden auf rund 100 Millionen Dollar geschätzt.

Auf der UNO-Vollversammlung im vergangenen September hatten sich die Mitgliedsstaaten darauf geeinigt, die Verwaltung der UNO zu reformieren und ihr Finanzgebaren transparenter zu machen. Ende vergangenen Jahres stand kurzzeitig die Einigung auf einen Haushalt auf der Kippe, weil insbesondere die USA unzufrieden mit dem Tempo der Verwaltungsreform sind. Die USA tragen mit 22 Prozent den größten Anteil am UNO-Haushalt. Schließlich einigten sich die Mitgliedsstaaten für 2006 auf einen Haushalt mit Ausgabenobergrenze. Die UNO war zuvor von Skandalen um ihr Oil-for-Food-Programm (Öl-für-Lebensmittel) und die Vergabe von Verträgen erschüttert worden.

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