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UNO: Mehr Einsatz im Kampf gegen Aids

Auf der größten Aids-Konferenz seit fünf Jahren hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan in New York mehr Einsatz im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit gefordert.

„Wir müssen realistisch sein. Wir müssen in der Lage sein, die verletzlichsten Menschen zu schützen“, sagte er auf einer Pressekonferenz. Die Staatengemeinschaft habe ihre Versprechen von vor fünf Jahren nicht erfüllt, mahnte Annan mit eindringlichen Worten. Die Bemühungen, die Ausbreitung von Aids bei Frauen und Kindern einzudämmen, seien gescheitert. In vielen Ländern wüssten junge Menschen viel zu wenig über die Krankheit.

Ein Vierteljahrhundert nach dem ersten Aids-Fall wollen die Vereinten Nationen auf der Konferenz weitere Milliardenzusagen erhalten. Aids-Aktivisten äußerten zu Beginn der Konferenz jedoch die Befürchtung, dass die Weltgemeinschaft vor einem weiteren Aufstocken der Mittel zurückschrecken könnte.

Vertreter von Nichtregierungsorganisationen beklagten vor allem eine Tendenz islamischer Staaten, das Problem zu verleugnen. So werde etwa die Erwähnung „verletzlicher Gruppen“, zu denen Homosexuelle, Sexarbeiter sowie Drogenabhängige zählen, strikt abgelehnt. Annan verurteilte dies. „Wir werden keinen Erfolg haben, wenn wir den Kopf in den Sand stecken und so tun, als würden diese Menschen nicht existieren oder keine Hilfe brauchen“.

Obwohl im Kampf gegen die Krankheit 2005 mehr als acht Milliarden Dollar (6,5 Milliarden Euro) 2005 aufgebracht wurden, klafft eine große Finanzierungslücke. Ab 2008 würden schätzungsweise 20 Milliarden Dollar (15,6 Milliarden Euro) jährlich benötigt, sagte der Leiter des UNAIDS-Programms, Peter Piot. Er hoffe auf langfristige Zusagen bei der dreitägigen Konferenz, die die Finanzierung von Jahr zu Jahr ablösen müssten. An dem Treffen in New York nehmen unter anderem zehn Staatschefs und etwa 100 Minister teil.

Dem jährlichen UNO-Aidsbericht zufolge starben 25 Millionen Menschen an der Immunschwäche, seit am 5. Juni 1981 der erste Aids-Fall dokumentiert wurde. Derzeit leben weltweit fast 40 Millionen Menschen mit dem HI-Virus, fast die Hälfte von ihnen Frauen. 25 Millionen Infizierte leben im Afrika südlich der Sahara. Die meisten Neuinfektionen gab es 2005 in Indien.

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