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UNO-Befriedungsmission in Sierra Leone

Nach sechsjährigem Friedenseinsatz haben die letzten Blauhelmsoldaten der Vereinten Nationen am Samstag das westafrikanische Land Sierra Leone verlassen.

Mit Hilfe der UNAMSIL-Soldaten gelang es, das Land nach einem mehr als zehn Jahre dauernden Bürgerkrieg (1991-2002) zu befrieden.

Im Jänner soll eine zivile UNO-Mission die Arbeit in Sierra Leone aufnehmen, um dem Land beim Wiederaufbau zu helfen. Heute sind viele der früheren Rebellen arbeitslos. Das Land gilt als eines der Armenhäuser der Welt. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung leben von ungefähr einem US-Dollar am Tag.

Die ersten Blauhelmsoldaten trafen Ende 1999 in Freetwon ein. Doch weite Teile des Landes wurden trotz des 1999 geschlossenen Friedensabkommens weiter von Rebellen der „Revolutionären Vereinigten Front“ (RUF) unter ihrem berüchtigten Führer Foday Sankoh beherrscht. In dem brutal geführten Bürgerkrieg, der erst Anfang 2002 endete, ging es vor allem um die Kontrolle des Diamantenhandels.

Dabei kam es zu schwersten Menschenrechtsverletzungen. Mindestens 50.000 Menschen kamen ums Leben, viele wurden verstümmelt. Die Rebellen waren dafür berüchtigt, ihren Opfern die Lippen, Hände oder Ohren abzuhacken. Erst im März vergangenen Jahres wurde die Entwaffnung von etwa 70.000 Kämpfern abgeschlossen. Darunter waren auch fast 7.000 Kindersoldaten.

Der Einsatz in Sierra Leone war 2001 mit insgesamt 17.000 Blauhelmsoldaten die bis dahin umfangreichste UNO-Friedensmission weltweit. Auch wurde ein UNO-Kriegsverbrechertribunal für den westafrikanischen Staat eingerichtet.

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