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UNICEF: Kindersterblichkeit immer noch zu hoch

Die Kindersterblichkeit ist in den ärmsten Ländern der Welt nach wie vor alarmierend hoch. Täglich sterben 30.000 Kinder, laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF gehen die Fortschritte in dieser Frage nur sehr langsam voran.

Wie eine aktuelle Studie ergab, werden es 91 Länder nicht schaffen, das Milleniumsziel zu erreichen, die Kindersterblichkeit bis 2015 um zwei Drittel zu reduzieren. Bei der momentanen Fortschrittsrate werde die weltweite Rate bis dahin nur um ein Viertel sinken, warnte die Organisation.

Besonders stark betroffen sind laut UNICEF afrikanische Länder unterhalb der Sahara: Während in Industriestaaten nur durchschnittlich sieben von 1.000 Kindern unter fünf Jahren sterben, beträgt die Quote hier 174. Der weltweite Durchschnitt beträgt 82. Einer der Hauptgründe für die Kindersterblichkeit im südlichen Afrika ist und bleibt das HI-Virus. So gehören Botswana, Simbabwe und Swasiland zu den Ländern mit den höchsten Infektionsraten. Ein anderer schwerwiegender Faktor, ist Krieg, wie sich beispielsweise im Irak oder in Afghanistan gezeigt hat.

Trauriger Spitzenreiter in dieser Frage blieb auch heuer Sierra Leone. Hier sterben 284 von 1.000 Kindern vor ihrem fünften Geburtstag. Danach folgen Niger, Angola, Afghanistan, Liberia, Somalia, Mali, Guinea-Bissau, Burkina Faso und Kongo.

Eine Reduzierung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel von 1990 bis 2015 setzt durchschnittlich eine jährliche Fortschrittsrate von etwa 4,4 Prozent pro Land voraus. Die UNICEF-Studie ergibt, dass zwar 50 Länder diesen Standard erreicht haben, weitere 78 Länder haben nicht einmal zwei Prozent Fortschritt pro Jahr zu verzeichnen. Um das Ziel bis 2015 zu erreichen, müssten mindestens 43 Länder jedes Jahr ihre Kindersterblichkeitsraten um acht Prozent reduzieren. Sehr schlecht ist es in dieser Frage auch in Zentraleuropa bestellt:
Kasachstan und Usbekistan finden sich auf Platz neun bzw. zehn der Rangliste der am schlechtesten gestellten Länder.

Schlechte Bedingungen bei Geburten – also keine medizinische Betreuung der Mutter, keine ausgebildeten Geburtshelfer – verursachen den Großteil der vermeidbaren Todesfälle. Für den zweitgrößten Teil der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren sind infektiöse oder parasitäre Krankheiten wie Masern oder Malaria verantwortlich. Weiters tragen Mangelernährung, verschmutztes Trinkwasser und unhygienische Lebensbedingungen zur Hälfte aller Todesfälle von Kindern bei. Für ein Drittel aller Todesfälle sind Atemwegsinfektionen und Durchfallerkrankungen verantwortlich.

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